Plattform für urbane Elektrofahrzeuge ZF schafft vernetzte Fahrzeugbasis für Rinspeed Oasis

Das Intelligent Rolling Chassis von ZF vereint elektrischen Antrieb und ein wendiges Fahrwerk mit einem komplett ebenen Fahrzeugboden.
Das Intelligent Rolling Chassis von ZF vereint elektrischen Antrieb und ein wendiges Fahrwerk mit einem komplett ebenen Fahrzeugboden.

ZF hat mit dem Intelligent Rolling Chassis ein Plattformkonzept für urbane Personen- und Transportfahrzeuge geschaffen. Der fahrende Untersatz ist dank intelligenter Vernetzung vorbereitet für den künfigen autonomen Stadtverkehr. Als erstes Fahrzeug baut die Rinspeed Studie Oasis auf dem IRC auf.

Im Elektrofahrzeug Oasis haben ZF Friedrichshafen und Rinspeed verwirklicht, was in ihren Augen bei künftigen urbanen Transportmitteln zählt: Elektrischer Antrieb, automatisiertes Fahren, integrierte Sicherheit sowie Agilität und Flexibilität. Das Intelligent Rolling Chassis (IRC) des Zulieferers bildet mit seinen vernetzten intelligenten mechanischen Systemen die vollständige, von ZF mit Ausnahme des Energiespeichers in Eigenregie entwickelte Basis dafür.

An der Hinterachse des IRC wirkt die Electric Twist Beam (eTB) – eine Kombination aus Verbundlenkerachse und zwei radnah integrierten, jeweils 40 kW starken Elektromotoren, die gemeinsam mit je einem Ein-Gang-Getriebe in Aluminiumgehäusen untergebracht sind. Dieses Gewicht und Platz sparende Konzept beschleunigt den Rinspeed Oasis in rund 9 s auf 100 km/h und bei Bedarf weiter bis Tempo 150.

Die IRC-Vorderachse basiert auf einer Doppel-Querlenker-Einzelradaufhängung. Sie ist die zentrale mechanische Voraussetzung, um den Lenkwinkel im Zusammenspiel mit der elektromechanischen Lenkung auf bis zu 75 Grad zu erhöhen – gängige Vorderachsen erlauben maximal 50 Grad. Wende- und Einparkmanöver sind dank des hohen Radeinschlags einfach.

Die zentrale elektronische Steuerung der Plattform regelt die Fahrstrategie, das heißt sämtliche Längs- und Querdynamikfunktionen. Das schließt die Steuerung ebenfalls vom Zulieferer stammender Systeme wie Betriebsbremse und Leistungselektronik, aber zusätzlich auch die Ansteuerung des Batteriemanagements mit ein. Darüber hinaus beinhaltet die IRC ECU die Torque-Vectoring-Funktion. Diese verteilt die Antriebskraft zwischen den beiden Elektromotoren bei Bedarf radindividuell. Nur so können Fahrzeuge sogar aus dem Stand mit nahezu rechtwinkelig eingeschlagenen Vorderrädern losfahren, sprich aus- und einparken oder wenden. Nicht zuletzt bringt das Steuergerät sämtliche Schnittstellen für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme mit.