Umweltverträglichkeit aus der Steckdose Wie »grün« ist die Elektromobilität wirklich?

Innerhalb einer Stunde ist die Batterie an einer Schnellladesäule zu 80 Prozent neu aufgeladen.
Innerhalb einer Stunde ist die Batterie an einer Schnellladesäule zu 80 Prozent aufgeladen.

Null Emissionen – mit diesem Slogan umwerben viele Automobilhersteller ihre Elektrofahrzeuge. Die Verbraucher sind überzeugt, dass elektrifizierte Fahrzeuge auch zugleich umweltschonend sind. Aber ist »Null« wirklich gleich »0«?

Über den kompletten Lebenszyklus eines Fahrzeugs ergeben sich unterschiedliche Abhängigkeiten. Angefangen von der Produktion über die Nutzung bis hin zur Entsorgung sollte ein zeitgemäßes Fahrzeug umweltverträglich sein.

Per se haben Elektrofahrzeuge das Image der Umweltverträglichkeit und werden daher als Fortbewegungsmittel der Zukunft angesehen – ganz im Sinne der Umwelt.

Ob die enthaltenen Batterien bei der Produktion oder Entsorgung eine Umweltbelastung darstellen, bleibt zunächst unberücksichtigt. Bei näherer Betrachtung der »Nutzungsphase« wird allerdings deutlich, dass elektrifizierte Fahrzeuge bei der Fortbewegung tatsächlich keinen CO2-Ausstoß verursachen. Grund dafür ist, dass die für die Fortbewegung genutzte Energie in einem vorgelagerten Prozess generiert und im Fahrzeug lediglich gespeichert wurde.

Bei detaillierteren Analysen muss aber auch beispielsweise die Stromerzeugung in die Betrachtung einbezogen werden. Hier wird dann schnell deutlich, dass die Umweltverträglichkeit im Sinne der CO2-Erzeugung der E-Fahrzeuge direkt von der Auswahl des Stromanbieters und dessen -tarif abhängig ist.

Laut Umweltbundesamt sind im Jahr 2015 durch den deutschen Strommix (bedarfsgerechte Kombination der unterschiedlichen Stromerzeugungsverfahren) je kWh tatsächlich 535 g an CO2 entstanden.

Demnach ergibt sich folgender Vergleich:

FahrzeugEnergieherstellung für Bedarf/100 km [CO2]Fahrbetrieb/100 km [CO2]Summe/100 km [CO2]

e-Golf
(100 kW)

ca. 6.800 g0 gca. 6.800 g
Golf Benzin (110 kW)ca. 3.000 gca. 12.000 gca. 15.000 g
Golf Diesel (110 kW)ca. 2.000 gca. 12.200 gca. 14.200 g

 

 

 

 

Durch die Nutzung eines Elektrofahrzeugs konnte im Vergleich zu einem Benziner im Jahr 2015 die Emission von CO2 nur etwa halbiert werden. Hier ist der Fahrer des elektrifizierten Fahrzeugs in der Pflicht, das Potenzial durch die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen auszuschöpfen. Der individuelle CO2-Ausstoß pro 100 km kann so, am Beispiel des Volkswagen eGolfs, bis auf 254 g reduziert werden, was eine Reduzierung um 98,3 Prozent gegenüber dem Benziner darstellt.

Da Wasserstoff aktuell in der Herstellung auch noch einen hohen Energiebedarf hat, sieht die CO2-Bilanz (nochmals vergleichen mit dem Elektro-Golf) bei dem Toyota Mirai mit Wasserstoff-Brennstoffzelle wie folgt aus:

FahrzeugEnergieherstellung für Bedarf/100 km [CO2]Fahrbetrieb/100 km [CO2]Summe/100 km [CO2]
e-Golf
(100 kW)
ca. 6.800 g0 gca. 6.800 g
Mirai
(113 kW)
ca. 12.100 g0 gca. 12.100 g

Die Kraftfahrzeughersteller forschen auch weiterhin nach Alternativen zum Elektroantrieb. Synthetische Kraftstoffe oder auch Wasserstoff könnten eine Option darzustellen.