Elektroautos Tesla baut eigene Batteriefabrik

Der Tesla S bei seiner Präsentation im Jahr 2012. In dem Wagen steckt wahlweise ein 60-kWh oder 85-kWh-Akku. Die Akkus sollen zukünftig selbst und wahrscheinlich in den USA gefertigt werden.
Der Tesla S bei seiner Präsentation im Jahr 2012. In dem Wagen steckt wahlweise ein 60-kWh oder 85-kWh-Akku. Die Akkus sollen zukünftig selbst und wahrscheinlich in den USA gefertigt werden.

Mit der »Gigafactory« will der Elektroauto-Pionier die größte Fabrik für Lithium-Ionen-Akkus auf der Welt bauen. Das zeigt, dass Tesla mehr will als ausgefallene Sportwagen für ein paar reiche Käufer zu bauen. Es zeigt aber auch, wie die Automobilproduktion der Zukunft aussieht.

Es sind nur ein paar Zeilen, die der Elektroautobauer Tesla über seine neuesten Pläne mitgeteilt hat aber das Vorhaben gibt einen Blick darauf, wie die Autoindustrie in Zukunft aussehen könnte. Tesla plant nichts Geringeres als die größte Batteriefabrik der Welt, die alles in den Schatten stellt, was es bisher gibt. Die Fabrik soll schon in drei Jahren den Betrieb aufnehmen und 2020 mehr Akkus herstellen als heutzutage alle Batteriehersteller zusammen.

Einer Statistik von Tesla zufolge liegt die gesamte Produktionskapazität von Lithium-Ionen-Akkus in diesem Jahr bei 34 GWh. Die »Gigafactory« soll 2020 in der Lage sein allein 35 GWh zu produzieren. In dieser Fabrik erfolgt die gesamte Wertschöpfung für einen Automobil-Akku, angefangen bei der Herstellung der Elektroden über der Fertigung der Zellen, bis hin zum Zusammensetzen der Batteriemodule. Außerdem sollen ausgediente oder fehlerhafte Akkus recycelt und wieder in den Herstellungsprozess integriert werden.

Für die »Gigafactory« sucht Tesla derzeit nach einem geeigneten Ort, der aber vermutlich nicht allzuweit vom Tesla-Werk im kalifornischen Fremont entfernt liegen dürfte. Vorderstes Ziel dieses gewaltigen Unterfanges ist es nämlich, die Akkukosten für den Tesla auf einen Schlag um 30 Prozent zu senken. Und das funktioniert nur mit den Skaleneffekten einer großen Fertigung und einer kurzen Lieferkette. Diese 30 Prozent sind wohlgemerkt erst der Anfangswert.

Der Bau der Fabrik soll bereits in diesem Jahr beginnen und 2017 bereits die Produktion starten. Das Projekt soll rund 4 bis 5 Milliarden Dollar kosten, 2 Milliarden Dollar will Tesla selbst investieren. Der Rest stammt von Partnern. Wichtigster Partner dürfte Panasonic sein, da Tesla gegenwärtig seine Akkus von dem japanischen Konzern bezieht.

Tesla will in den Massenmarkt

Die »Gigafactory« soll auch den Grundstein für Teslas Eintritt in den Massenmarkt bilden. Die Zahl der verkauften Autos soll von 35.000 in diesem Jahr auf 500.000 im Jahr 2020 wachsen. Eine gewaltige Zahl wenn man bedenkt, dass im letzten Jahr weltweit rund 242.000 Elektroautos von allen Herstellern zusammen gebaut wurden, wozu aber auch noch die Plug-in-Hybrid-Autos zählen.

Mit seinem Vorstoß zeigt Tesla auch, welche Bedeutung eine eigene Akku-Fabrik für einen Hersteller von Elektroautos hat. In der Vergangenheit hat es ausgereicht die Akkus aus dem Ausland zu beziehen und damit teure Sportwagen für eine eher kleine Käuferschicht zu bauen. Mit dem Ziel einen größeren Markt zu adressieren, reicht dieses Modell aber nicht mehr aus. Neben den Kosten spielen wahrscheinlich auch strategische Gründe eine Rolle, da Tesla somit unabhängig von Zulieferern für seine Akkus wird, was ja immerhin das zentrale Element eines Elektroautos ist. Als Vorreiter für Elektroautos zeigt Tesla damit, dass ein Autohersteller in Zukunft wohl auch eine Batteriefabrik in seiner Nähe benötigt.

Ganz nebenbei würde diese riesige Fabrik aus den USA einen großen Akku-Hersteller machen. Derzeit werden 90 Prozent aller Lithium-Ionen-Akkus von den vier Herstellern Samsung, LG, Panasonic und Sony in Asien gefertigt.