Praxistipps So halten Batterien in Elektroautos deutlich länger

Mit dem Dienstverkehr bei Siemens und dem Pendlerverkehr bei Michelin kommt RheinMobil zurzeit pro Fahrzeug auf durchschnittlich 3.000 elektrisch gefahrene Kilometer im Monat.
Mit dem Dienstverkehr bei Siemens und dem Pendlerverkehr bei Michelin kommt RheinMobil zurzeit pro Fahrzeug auf durchschnittlich 3.000 elektrisch gefahrene Kilometer im Monat.

Mit knapp 120.000 elektrisch gefahrenen Kilometern hat das Projekt RheinMobil nachgewiesen, welche Ladestrategie die besten Ergebnisse bringt und worauf im Winter besonders zu achten ist.

Bislang gab es zum Einfluss der Schnellladetechnologie auf die Batterieleistung kaum Erfahrungen oder wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem realen Betrieb. Erfahrungen aus dem Rheinmobil-Projekt haben nun ein wesentliches Ergebnis geliefert: Die optimale Ladetechnik ist ein gesteuerter Mix aus schneller und konventioneller Ladung. Denn bei ausschließlicher Schnellladung erfolgt kein Spannungsausgleich zwischen den einzelnen Batteriezellen (passives Balancing): Die Zellen der Batterie wurden unterschiedlich stark ge- und entladen, damit hätte sich die nutzbare Kapazität der Batterie langfristig verringert. Die Lösung: Bei längeren Stillstandzeiten des Fahrzeugs – etwa über Nacht – setzt RheinMobil nun auf konventionelles Laden. Das eröffnet zudem die Möglichkeit, das Fahrzeug mit batteriebetriebener Klimaanlage im Sommer wie Winter vor Fahrtantritt auf die gewünschte Temperatur zu kühlen oder zu heizen. So lässt sich der Energieverbrauch während der Fahrt reduzieren, da die notwendige Energie nicht aus der Batterie entzogen wird.

Aus den wissenschaftlichen Untersuchungen und Erfahrungen der Forschungspartner KIT und ISI sowie dem Mobilitätsdienstleister eML lassen sich weitere konkrete Ratschläge für Fahrerinnen und Fahrerableiten. Unter anderem sollten Fahrzeuge im Winter direkt nach einer Fahrt geladen werden. Denn ist die Batterietemperatur zu niedrig, reduziert sich die Ladeleistung, um die Batterie zu schonen. In diesem Fall würde das Laden deutlich länger dauern.

RheinMobil ist ein gemeinsames Projekt von Michelin, Siemens, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI sowie dem Mobilitätsdienstleister e-Motion Line (eML). Das Projekt ist Teil des „LivingLab BWe mobil“ und wird im Schaufenster Elektromobilität vom Bund gefördert. Ziel von RheinMobil ist es, am Beispiel von Dienst- und Pendlerfahrten zwischen Karlsruhe und dem Elsass zu zeigen, dass bestimmte Einsatzprofile einen wirtschaftlichen Betrieb von Elektrofahrzeugen möglich machen. Dazu sind im Zuge der schrittweisen Einführung der Fahrzeuge derzeit täglich sechs siebensitzige Kleinbusse im Pendelverkehr bei Michelin sowie ein Fahrzeug der Kompaktklasse im Dienstwagenverkehr bei Siemens unterwegs. Die monatliche Fahrleistung pro Fahrzeug liegt durchschnittlich bei 3.000 Kilometern.