Forschungsprojekt SLAM Schneller und einfacher Strom tanken

Ein interessantes Ergebnis der Studie: Weder private noch gewerbliche Nutzer messen Lademöglichkeiten im öffentlichen Straßenraum viel Bedeutung zu.
Die Nationale Plattform Elektromobilität hat für das Jahr 2020 einen Bedarf von 70.000 öffentlichen Ladepunkten ermittelt.

Elektroautos sind Teil der Energiewende im Verkehr. Mit verschiedenen Maßnahmen will die Bundesregierung die Akzeptanz der Elektromobilität erhöhen. Dazu gehört auch, die Entwicklung eines Stromtankstellen-Netzes zu beschleunigen.

Viele und einfach zu bedienende Stromsäulen sind eine wesentliche Voraussetzung, damit Autofahrer mehr und mehr auf Elektroautos umsteigen. Auf Stadtfahrten oder im Pendelverkehr sind sie schon jetzt gut einsetzbar. Bei größeren Entfernungen fehlen aber oft geeignete Lademöglichkeiten. Das soll das Forschungsprojekt SLAM ändern.

SLAM bedeutet "Schnellladenetz für Achsen und Metropolen". Das Forschungsvorhaben hat ein Volumen von insgesamt 12,9 Millionen Euro. Das Bundeswirtschaftsministerium steuert 8,7 Millionen Euro dazu bei. Die Partner: unter anderem die Automobilhersteller BMW, Daimler, Porsche und VW, der Deutsche Genossenschaftsverlag, das Energieversorgungsunternehmen EnBW und die Universität Stuttgart sowie die RWTH Aachen. SLAM ist auch offen für weitere Partner: Investieren können Unternehmen, Städte und Kommunen, die selber Ladeinfrastruktur aufbauen möchte.

Mit Hilfe von SLAM soll bis 2017 ein Forschungs-Schnellladenetz mit deutschlandweit 600 Säulen entstehen. Solche Ladepunkte können die Batterie eines Fahrzeugs in weniger als einer halben Stunde zu rund 80 Prozent aufladen. Das macht E-Autos auch für längere Strecken attraktiv. Diese Stationen stehen allen Fahrzeugen mit dem europäischen Stecker-Standard "CCS" zur Verfügung. Bis jetzt gibt es gut 150 SLAM Schnellladepunkte.

Die Ladepunkte müssen einfach zu finden, verlässlich, jederzeit verfügbar und leicht zu bedienen sein. Aber auch ein bequemes Bezahlen, zum Beispiel per Smartphone oder Kreditkarte, ist wichtig. Bislang war das nicht selbstverständlich - unterschiedliche Stecker, lange Ladezeiten und komplizierte Abrechnungsmodelle haben Verbraucher häufig abgeschreckt. Auch hier will das Projekt SLAM Abhilfe schaffen. Es sorgt für einen einheitlichen Standard, der das Bezahlen mit einer Karte an jedem beliebigen Ladepunkt ermöglicht. Bereits bestehende Stromtankstellen und Pilotprojekte sollen nach Möglichkeit eingebunden werden.

Die Erfahrungen aus dem Forschungsvorhaben sollen helfen, Betreiber- und Geschäftsmodelle zum Schnellladen zu entwickeln. Mithilfe der Daten werden Kriterien für geeignete Standorte erarbeitet und das Forschungsladenetz aufgebaut. Die Daten aus SLAM stehen allen Projektpartnern und Investoren zur Verfügung. Es gilt auch, mehr Ladesäulen für das Normalladen zu errichten. Normales Laden dauert etwas länger, etwa ein bis zwei Stunden. Die Nationale Plattform Elektromobilität hat für das Jahr 2020 einen Bedarf von 70.000 öffentlichen Ladepunkten ermittelt. Die Bundesregierung möchte auch hier die Entwicklung fördern. In Zusammenarbeit mit den Ländern soll es eine gemeinsame Ausschreibung geben.