Forschungsprojekt OpEneR Reichweite von Elektrofahrzeugen lässt sich erheblich steigern

Mit zwei voll funktionsfähigen, elektrifizierten Demonstrationsfahrzeugen wurde beim Forschungsprojekts OpEneR ein erhebliches Potenzial für energieeffizienteres Fahren unter realen Verkehrsbedingungen ermittelt.
Mit zwei voll funktionsfähigen, elektrifizierten Demonstrationsfahrzeugen wurde beim Forschungsprojekts OpEneR ein erhebliches Potenzial für energieeffizienteres Fahren unter realen Verkehrsbedingungen ermittelt.

Allein durch die Wahl einer optimalen Fahrstrecke kann der Energiebedarf von Elektrofahrzeugen um 30 Prozent gesenkt werden – bei einer nur 14 Prozent längeren Fahrzeit. Das ist eines der zahlreichen Ergebnisse des jetzt abgeschlossenen europäischen Fahrzeugprojektes OpEneR.

Auf ihrer Abschlusspräsentation am 17. und 18. Juli 2014 im spanischen Vigo haben die Kooperationspartner des europäischen Forschungsprojekts OpEneR die gemeinsam entwickelten Fahrstrategien und Fahrerassistenzsysteme vorgestellt, die die Effizienz und Sicherheit künftiger Hybrid- und Elektrofahrzeuge erheblich verbessern werden. Die höhere Effizienz wird Elektro- und Hybridfahrzeugen den Weg ebnen, indem diese bei gleichbleibender Batteriegröße eine höhere Reichweite bieten. Die Ingenieure und Forscher arbeiteten an der Verbesserung des elektrischen Antriebsstrangs, des regenerativen Bremssystems, des Navigationssystems und der Umfeldsensorik sowie an Funktionen, die diese Elemente vernetzen. Die von ihnen aufgebauten, voll funktionsfähigen Elektrofahrzeuge haben bereits ihr Potenzial für energieeffizienteres Fahren unter realen Verkehrsbedingungen gezeigt.

OpEneR ist die Abkürzung für das im Mai 2011 gestartete Projekt „Optimal Energy consumption and Recovery based on a system network“ – zu Deutsch „Optimale Energienutzung und -rückgewinnung auf Basis eines Systemansatzes“. Zu den Kooperationspartnern zählen der österreichische Antriebs-Systementwickler AVL List GmbH, das spanische Forschungszentrum Centro Tecnológico de Automoción de Galicia (CTAG), das Karlsruher FZI Forschungszentrum Informatik, Europas zweitgrößter Autohersteller PSA Peugeot Citroën sowie die Unternehmen Robert Bosch GmbH und Robert Bosch Car Multimedia GmbH. Als Teil des Siebten Rahmenprogramms für Forschung und Entwicklung wird das europäische Projekt von der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der EU-Kommission gefördert. 4,4 Millionen Euro des Gesamtbudgets in Höhe von 7,74 Millionen Euro wurden über Fördergelder finanziert. Die Leitung des Projekts hatte Bosch.

Eine der Aufgaben war die Entwicklung des Eco-Routings, das bei der Berechnung der optimalen Fahrstrecke die besonderen Gegebenheiten eines Elektrofahrzeugs berücksichtigt. Das Navigationssystem rechnet kontinuierlich den tatsächlichen Energieverbrauch des Fahrzeugs ein. Testfahrten zeigten, dass der Energieverbrauch bei nur 14 Prozent längerer Fahrzeit um bis zu 30 Prozent reduziert werden kann. Abkürzungen im Stadtverkehr erwiesen sich als besonders energieeffizient.