Elektromobilität bei Unternehmen Lademanagement mit künstlicher Intelligenz von DFKI

Das eoBox-Team: Dr. Alassane Ndiaye, Dr. Matthieu Deru, Dr. Boris Brandherm.
Das eoBox-Team: Dr. Alassane Ndiaye, Dr. Matthieu Deru, Dr. Boris Brandherm.

Für Unternehmen kann das E-Flottenmanagement inklusive Verwaltung der Ladevorgänge und die Ladeinfrastruktur für Privat-, Kunden- und Firmenwagen eine große Herausforderung darstellen. DFKI präsentiert eine Software, die nun in Saarbrücken in der Test- und Erprobungsphase im Einsatz ist.

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) präsentiert »eoBox«, ein KI-gestütztes Programm zum Management von Ladevorgängen für Elektrofahrzeuge. Die Software ermöglicht Unternehmen, elektrifizierte Fahrzeuge aus der eigenen Flotte, von Mitarbeitern oder von Gästen einer Ladestation zuzuweisen, aufzuladen und den »getankten« Strom abzurechnen. Das System wurde in einem Inhouse-Projekt des DFKI-Forschungsbereichs »Intelligente Benutzerschnittstellen« und des Teams »Administration & Dienste« am Standort Saarbrücken entwickelt. DFKI ist überzeugt, dass das System wesentlich zur Steigerung der Akzeptanz von E-Autos als Dienst- oder Flottenfahrzeuge beitragen kann.

Funktionsprinzip

Mitarbeiter, Kunden oder Gäste können sich über ein Touch-Terminal für den Ladevorgang einloggen. Sind alle Ladestationen belegt, erhält der Teilnehmer per E-Mail oder über eine App eine Nachricht, sobald eine Ladesäule verfügbar ist. Die App informiert dann über den aktuellen Ladestatus des Fahrzeugs und über das Ende des Ladevorgangs. Der firmeneigene Administrator kann über eine Live-Ansicht die »eoBox«-Infrastruktur überwachen sowie die Ladezustände und die angemeldeten »eoBox«-Benutzer einsehen. Die Abrechnung der Stromkosten erfolgt automatisch und personalisiert über die Administrationssoftware. Als Unterstützung für ein besseres Auflademanagement ermöglicht das System die automatische Erkennung von unterschiedlichen Fahrzeugen. Über eine KI-gestützte Analyse des Ladeprofils bietet die am DFKI entwickelte Software die Möglichkeit einer Klassifizierung und Auswertung der ladenden Fahrzeuge an.

»eoBox« misst während des Ladevorgangs, wieviel Kilowattstunden jedes einzelne Elektroauto lädt. Aus den jeweiligen Messungen ergibt sich für jedes Fahrzeugmodell eine so genannte »Ladesignatur«. Anhand der Ladevorgänge werden die KI-Verfahren trainiert, so dass sie die Marken, Fahrzeugtypen und verbleibende Ladezeiten erkennen können. Die Informationen werden ausschließlich über die »eoBox«-Software ermittelt, die keinen Zugriff auf die fahrzeugseitige Bordelektronik benötigt. Aus den gesammelten Daten lassen sich beispielsweise herstellerunabhängige Analysen erstellen, die Aussagen über Ladezyklen, tatsächliche Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Akkus in Abhängigkeit vom Nutzungsprofil des jeweiligen Fahrzeugs treffen.