Einfache Anbindung Ladeinfrastruktur als Teil des Smart Home

Elektromobilität mit Smart Home
Elektromobilität mit Smart Home

Damit sich Elektromobilität durchsetzen kann, muss sie von der breiten Masse akzeptiert werden. Ein Problem ist die Reichweitenangst, die sich nur mit einer ausgebauten Infrastruktur bekämpfen lässt. Eine wichtige Rolle hierbei spielt, dass der Besitzer sein Elektroauto einfach zu Hause laden kann.

Smart Home ist mehr als das Ein- und Ausschalten der Beleuchtung per App auf dem Smartphone. Zu den zahlreichen Integrations- und Erweiterungsmöglichkeiten gehört auch die Einbindung einer Ladesteuerung für die Elektromobilität. Der Markt ist unübersichtlich – ein Systemintegrator kann hier wertvolle Orientierung geben. Smart Home basiert auf Automatisierungsprozessen, die durch eine intelligente Vernetzung der Komponenten den Energiefluss steuern, die Sicherheit erhöhen und den Wohnkomfort steigern. Kommt ein Elektrofahrzeug hinzu, muss die elektrische Fahrzeugladung in die Energiebetrachtung des Gesamtsystems einbezogen werden. Durch die eingeleitete Energiewende sowie durch steigende Umweltanforderungen wird das Thema Energieeffizienz auch künftig auf der Tagesordnung stehen.

In fast allen Haushalten gibt es Internet und WLAN. PCs, Notebooks, Tablets, Smartphones und Unterhaltungselektronik werden bereits heute untereinander vernetzt. Zudem nutzen immer mehr Anwender Komfortsteuerungen für Applikationen wie Licht, Wärme und Überwachung. Smart Home ist somit schon heute im Alltag angekommen.

Smart Home auf dem Vormarsch

Laut einer Marktstudie von Capgemini Consulting [1] sind knapp 20 Millionen Haushalte in Deutschland an Smart-Home-Lösungen interessiert. Besonders hoch unter den Befürwortern von Smart-Home-Lösungen ist der Anteil an Personen mit höherem Haushaltsnetto-einkommen und Bildungsgrad. Von diesem Segment wiederum sind mehr als 80 Prozent bereit, für die intelligente Hausvernetzung zwischen 4000 und 8000 Euro zu investieren – insbesondere bei Neubauten [2]. Dabei stehen häufig Energieeffizienz und Wohnkomfort im Vordergrund. Laut dieser Untersuchung sind aus Kundensicht rund 77 Prozent am Thema Energieeffizienz interessiert, gefolgt von 64 Prozent, die das Thema Komfort favorisieren. In diesem Personenkreis zeigt sich somit ein hohes Nutzerpotenzial sowie die Akzeptanz und Bereitschaft für Investitionen, die auch der Elektromobilität zugutekommen können.

Trotz des hohen prognostizierten Marktpotenzials ist der Durchbruch der Smart-Home-Lösungen noch nicht in Sicht. Ob jemand sein Heim intelligent gestaltet, hängt von vielen Faktoren ab: Grundanforderungen wie einfache Bedienung und flexible Erweiterung des Systems – aber auch finanzielle Faktoren. In puncto Elektromobilität muss darüber hinaus der Gesetzgeber mitspielen.

Der Systemintegrator als Spinne im Netz

Ein Smart-Home-System umfasst zahlreiche Elemente und Komponenten aus unterschiedlichen Applikations- und Industriebereichen (Bild 1). Dabei stellt sich die Frage, wie sich der Endkunde – in der Regel der Hausbesitzer – hier zurechtfindet. Ein Systemintegrator kann hier als „Orientierungshelfer“ eine wichtige Rolle spielen. Nach repräsentativen Studien [2, 3] bevorzugen mehr als 80 Prozent aller befragten Kunden Systemlösungen aus einer Hand – inklusive Beratung, Lieferung, Montage und Service. Aus Kundensicht werden Integratoren aus den Bereichen Gebäudetechnik und Smart-Home-Anbindung sowie der Elektrohandel und das Elektrofachhandwerk bevorzugt. Die Rolle des Orientierungshelfers kann die Industrie ebenso gut wie das Handwerk übernehmen. Prädestiniert ist hier die Elektroinstallationsbranche – der Elektroinstallateur fungiert dann als Inte¬grator der neuen Technik.