Projekt iZEUS abgeschlossen Entwicklung von Smart-Grid- und Smart-Traffic-Konzepten

Elektrofahrzeug mit bidirektionalem Lade-Management: Opel Meriva der iZeus-Flotte.
Elektrofahrzeug mit bidirektionalem Lade-Management: Opel Meriva der iZeus-Flotte.

Im Projekt „iZEUS – intelligent Zero Emission Urban System“ entwickelte ein interdisziplinäres Team aus Wirtschaft und Wissenschaft rund 2,5 Jahre integrierte Smart Grid- und Smart Traffic-Konzepte. Das Projekt sieht die optimierte Integration erneuerbarer Energiequellen ebenso vor wie ein stabiles dezentrales Energie- und Lade-Management.

Für iZEUS wurde eine Testflotte von rund 60 Elektrofahrzeugen – bestehend aus smart fortwo electric drive, Mercedes-Benz Vito E-CELL, Opel Ampera und Toyota Prius Plug-In Hybrid – mit einem neuen Navigationssystem ausgestattet. Entwickelt haben es die PTV Group, TWT GmbH und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eigens für den Feldversuch: Die Navigation berücksichtigt bei der Routenführung die Reichweite des Fahrzeugs und zeigt Ladestationen auf der Route an.

Die Fraunhofer-Institute für System- und Innovationsforschung ISI und für Solare Energiesysteme ISE haben in enger Zusammenarbeit innovative Netzintegrationskonzepte für Elektrofahrzeuge und Erneuerbare Energien untersucht. Hierfür wurde ein bidirektionales Ladegerät mit integrierter Funktion zur Echtzeit-Analyse von Verteilnetzen entwickelt und getestet. Die sehr hohe Effizienz des Systems reduziert die Ladekosten der Anwender und trägt darüber hinaus durch Energieeinsparung wesentlich zur Vermeidung von Emissionen der Elektromobilität bei. Das Konzept der Netzüberwachung durch das Fahrzeug zeigt einen möglichen Weg wie in Zukunft ohne teure schwer finanzierbare Ladeinfrastruktur intelligentes Laden zur besseren Integration von Erneuerbaren Energien ermöglicht werden kann. Weitere Schwerpunkte lagen auf der Auswertung der Ergebnisse des Flottenversuchs und der Akzeptanz der im Versuch erprobten Anwendungen.

Erprobt wurde das bidirektionale Lademanagement mit einem Opel Meriva Elektrofahrzeug am Energy Smart Home Lab des KIT. In mehreren Wohnphasen konnte das Energiemanagement auf Haushaltsebene unter Einbeziehung der Fahrzeugbatterie und externer Netzfaktoren optimiert werden.

SAP und EnBW nahmen sich des Themas Flottenenergiemanagement von Elektrofahrzeugen an: Um mögliche Lastverschiebungspotenziale automatisiert zu berechnen und diese Informationen dann an das Flottenenergiemanagement weitergeben zu können, installierten die Projektpartner an verschiedenen Standorten intelligente Lademöglichkeiten. Die Daimler AG entwickelte Standards des gesteuerten Ladens in Fahrzeugen, um die Schwankungen des Energieangebots durch eine intelligente Anpassung der Ladeintensität zu berücksichtigen (ISO 15118).   

Der IT-Spezialist ads-tec steuerte einen stationären Lithium-Ionen-Batteriespeicher bei, der in Esslingen im Mittelspannungsnetz der EnBW-Tochter Netze BW getestet wurde. Solche Speicher sollen künftig erneuerbare Energien in das Energiesystem integrieren, die Regelleistung, Spannung und Last im Netz selbstständig steuern sowie als virtueller Speicher für zahlreiche Nutzer dienen.  

Die EnBW, Konsortialführer des Forschungsprojekts, stellte für den Flottentest ihr gesamtes regionales Ladeverbundsystem mit über 600 Ladepunkten in ganz Baden-Württemberg zur Verfügung. Darüber hinaus entwickelte sie die bundesweit erste wieder aufladbare Prepaid-Karte für Ladestrom.