Visio.M Elektrofahrzeuge – so effizient wie nie

Visio.M-Projekt zeigt im Fahrtest Bestleistungen in Effizienz und Fahrdynamik.
Visio.M-Projekt zeigt im Fahrtest Bestleistungen in Effizienz und Fahrdynamik.

Im Rahmen des Projekts Visio.M werden die Möglichkeiten und Grenzen der Effizienz in den Bereichen Fahrzeuggewicht, Aerodynamik, Antrieb, Rollreibung und Klimatisierung erforscht. Den aktuellen Forschungsstand zeigten Entwickler der Technischen Universität München (TUM) bei Fahrversuchen mit einem aktuellen Prototypen.

Energieeffizienz ist der Schlüssel zu kostengünstiger Elektromobilität und ist daher ein zentrales Entwicklungsziel für Elektrofahrzeuge. Im Rahmen des Projekts Visio.M werden die Möglichkeiten und Grenzen der Effizienz in den Bereichen Fahrzeuggewicht, Aerodynamik, Antrieb, Rollreibung und Klimatisierung erforscht. Mit einem cW-Wert von 0,24 und einer Stirnfläche von 1,69 m2 besitzt das Fahrzeug eine hervorragende Aerodynamik.

Gleichzeitig verfügt der Visio.M-Versuchsträger über schmale Reifen (115/70 R 16) mit geringem Rollwiderstand. Ziel des Konzeptes ist es schließlich, möglichst wenig Energie für die Überwindung der Fahrwiderstände aufwenden zu müssen. Dass die schmalen Reifen auch bei schneller Kurvenfahrt sicheren Halt bieten, zeigten die Versuche im 18-Meter Slalom-Kurs und bei der schnellen Kreisfahrt.

Beim Visio.M wird die geringere Querkraftaufnahme der schmalen Reifen durch ein Fahrwerkskonzept ausgeglichen, das in seiner Kinematik von Sportfahrwerken abgeleitet wurde. Eine gleichmäßige Verteilung des Gewichts auf Vorder- und Hinterachse und ein niedriger Schwerpunkt verleihen dem Fahrzeug eine hohe Stabilität. ABS und ESP geben zusätzliche Sicherheit.

Einen weiteren Beitrag sowohl zur Effizienz als auch zur Fahrdynamik leistet das aktive Torque-Vectoring-Differenzial: Eine kleine Elektromaschine im Differenzial, die sowohl als Elektromotor als auch als Generator betrieben werden kann, verteilt die Kraft ideal auf die beiden Hinterräder. Insbesondere beim Bremsen in Kurven kann auf diese Weise erheblich mehr Energie zurück gewonnen werden als ohne Torque Vectoring. Gleichzeitig wird das Auto durch die günstige Verteilung der Antriebs- und Bremskräfte viel agiler und sicherer.

Während der Versuchsträger noch verschiedene Testfahrten absolviert, wird im Rahmen des Projekts ein komplett neues Fahrzeug aufgebaut. In dieses fließen die Forschungsergebnisse des Visio.M-Projekts ein. So bekommt es beispielsweise ein Monocoque aus carbonfaserverstärktem Kunststoff. Auf der eCarTec im Oktober soll das Fahrzeug erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Am Forschungsprojekt Visio.M beteiligen sich, neben den Automobilkonzernen BMW AG (Konsortialführer) und Daimler AG, die Technische Universität München als wissenschaftlicher Partner, sowie Autoliv B. V. & Co. KG, Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), Continental, E.ON AG, die Finepower GmbH, Hyve AG, die IAV GmbH, InnoZ GmbH, Intermap Technologies GmbH, LIONSmart GmbH, Amtek Tekfor Holding GmbH, Siemens AG, Texas Instruments Deutschland GmbH und TÜV Süd AG.