Fraunhofer auf der IAA 2015 Elektrofahrzeuge induktiv laden und entladen

Dieses Spulensystem zum induktiven Laden von Elektroautos ist in der Straße untergebracht.
Spulensystem zum induktiven Laden von Elektroautos

Über ein kabelloses Ladesystem können E-Autos künftig nicht nur tanken, sondern auch die Energie ins Stromnetz zurückspeisen. Auf der IAA stellt das Fraunhofer IWES den Prototypen eines induktiven Ladesystems vor, dass die Batterie befüllt und bei Bedarf auch entlädt, um das allgemeine Stromnetz zu stabilisieren.

Elektrofahrzeuge via Ladesteckverbinder laden und das bei Wind und Wetter? Induktive Ladesysteme machen den Ladevorgang deutlich komfortabler. Forscher am Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik gelang es, derartige Ladesysteme kostengünstiger zu gestalten. Sie setzen dabei auf den Einsatz von Standardkomponenten und verwenden zudem Spulensysteme, die mit weniger Ferritplatten auskommen. Durch die Reduktion des Ferritmaterials werden die Spulen leichter und preiswerter.

Dank speziell ausgelegter Leistungselektronik und Spulensysteme funktioniert das System auch dann noch mit einem sehr guten Wirkungsgrad, wenn die Spule im Auto etwa 20 cm von der Spule in der Straße entfernt ist. Der Wirkungsgrad liegt hier bei 93 bis 95 Prozent – und zwar über den kompletten Leistungsbereich von 400 W bis 3,6 kW.

Das Ladesystem kann die Batterien nicht nur »füllen«, es kann sie auch entladen – und somit zur Stabilität des allgemeinen Stromnetzes beitragen. Das Prinzip: Strahlt die Sonne vom Himmel oder bläst der Wind kräftig übers Land, liefern Solarzellen und Windräder oftmals mehr Energie, als momentan benötigt wird. Wird allerdings zu viel Energie in das Netz eingespeist, könnte die Spannung ansteigen und elektrische Geräte eventuell zerstören. Netzbetreiber drosseln daher bei guter Wetterlage die Leistung, die Solar- und Windanlagen in die Netze einspeisen. Bei Nutzung der Fahrzeugbatterien als Zwischenspeicher, ließe sich der überschüssige Strom »aufbewahren« und bei Flaute oder wolkenverhangenem Himmel wieder ins Netz einspeisen und so der Anteil der erneuerbaren Energien am Strom-Mix weiter steigern.