Projekt e-SolCar abgeschlossen Elektrofahrzeuge als Kurzzeitspeicher nutzen

(v.l.) Hubertus Altmann, Vorstand Kraftwerke bei Vattenfall, Prof. Schwarz, Lehrstuhl Energieverteilung und Hochspannungstechnik BTU Cottbus-Senftenberg, Dr. Maik Honscha, Projektleiter e-SolCar Vattenfall.
Hubertus Altmann, Vorstand Kraftwerke bei Vattenfall, Prof. Schwarz, Lehrstuhl Energieverteilung und Hochspannungstechnik BTU Cottbus-Senftenberg, Dr. Maik Honscha, Projektleiter e-SolCar Vattenfall (v.l.n.r.)

Elektromobile eignen sich technologisch als Kurzzeitspeicher. Das ist die Haupterkenntnis des nach dreijähriger Laufzeit abgeschlossenen E-Mobility-Projektes e-SolCar.

Das seit 2011 laufende Lausitzer Verbundprojekt e-SolCa zwischen der BTU Cottbus-Senftenberg, Vattenfall Europe und German E-Cars Research and Development kommt nun planmäßig zu seinem Ende. Gefördert durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) rollten im Versuchszeitraum insgesamt 45 Fahrzeuge in einem 100 km großen Aktionsradius durch die Lausitz. In dieser Zeit kamen die Fahrzeuge vom Typ Cetos (umgebauter Opel Corsa), Plantos (umgebauter Mercedes Sprinter) und Toyota Highlander auf eine Gesamt-Fahrleistung von über 400.000 km. Im Einsatz waren die Fahrzeuge vor allem in den Fuhrparks von Vattenfall und der BTU Cottbus-Senftenberg.

Nicht nur die genutzten Fahrzeugtypen wurden für das Projekt durch German e-Cars komplett umgerüstet. Verschiedene technische Komponenten mussten für den Einsatz der Fahrzeuge als Stromspeicher konstruiert werden, wie ein  Umrichter zur Rückspeisung des Stroms aus der Batterie ins Netz. Erstmalig gelang es im Rahmen des Projektes die Energierückspeisung aus der Fahrzeugbatterie ins Netz zu realisieren. Einige der Elektrofahrzeuge wurden mit der Fähigkeit zum bidirektionalen Laden ausgestattet. Dafür erforderlich war die Möglichkeit, den Ladevorgang der Elektroautos sowie die Energierückspeisung aus der Fahrzeugbatterie ins Netz von einer Leitstelle aus steuern zu können. Die notwendige Kommunikation für diese »Fahrzeug ins Netz«-Technologie (Vehicle to Grid) wurde gemeinsam mit Siemens implementiert und erprobt. Durch die intelligente Kommunikation zwischen Ladesäule und Elektrofahrzeug können einerseits Nutzerwünsche wie Abfahrzeit und Reichweite eingestellt und andererseits netzverträgliche Ladungen der Elektrofahrzeuge realisiert werden.

Das Projekt hat die Lausitz nachhaltig elektromobilisiert. Sieben Gemeinden und Institutionen wurden die Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. An insgesamt 77 Ladepunkten – die über die gesamte Region verteilt sind – konnten die Fahrzeuge geladen werden werden. Im Rahmen des Projektes wurden insgesamt etwa 10.000 Ladevorgänge durchgeführt. Das entspricht einer Ladeenergie von ungefähr 130 MWh. 

Ein Großteil dieser Ladeinfrastruktur und des Fahrzeugbestandes bleibt der Region auch nach dem offiziellen Projektende erhalten. Elektroautos, Ladepark, PV-Anlage und Batterie kommen im Nachfolgeprojekt SMART Capital Region weiter zum Einsatz. SMART Capital Region beschäftigt sich mit der Entwicklung eines zukunftsfähigen Strom- und Wärmeversorgungskonzept für die Hauptstadtregion und soll als weltweites Beispiel für vergleichbare Metropol-Regionen dienen.