Interview mit Ralf Bungenstock, Phoenix Contact E-Mobility GmbH Die Zukunft hat bereits begonnen

Zum 01.02.2013 gestartet: Die Phoenix Contact Emobility GmbH.
Zum 01.02.2013 gestartet: Die Phoenix Contact Emobility GmbH.

Zum 01.02.2013 startete die Phoenix Contact E-Mobility GmbH in Schieder offiziell ihren Betrieb. In einem Exklusivinterview mit Ralf Bungenstock, Manager Product Marketing Connectivity, sprach die Elektronik automotive über Wachstumsstrategie, China, Bezahlsysteme und ob die kabellose Ladetechnik im Vergleich zum Ladesteckverbinder eine Chance hat.

Ein paar nicht ausgepackte Kartons zeugen noch von dem kürzlichen Einzug der Phoenix Contact E-Mobility GmbH auf das Unternehmensgelände in Schieder.

Herr Bungenstock, welche Beweggründe gab es auf der Seite von Phoe­nix Contact, eine Tochter ins Leben zu rufen, die sich ausschließlich mit Elektromobilität beschäftigt?
Ralf Bungenstock: Phoenix Contact ist vor vier Jahren in das Thema Elek­tromobilität eingestiegen. Durch die stetige Entwicklung in diesem Bereich haben wir entschieden, eine eigene separate Einheit zu gründen, um alle Themen zu bündeln. So hat offiziell zum 1. Februar dieses Jahres die Phoe­nix Contact E-Mobility GmbH ihren Betrieb aufgenommen. Auch die Mitarbeiter, die Sie in Schieder finden, haben sich bereits in der Vergangenheit mit dem Thema beschäftigt und darüber hinaus haben wir neue Leute eingestellt, weil wir letztendlich mit der alteingesessenen Mannschaft nicht alles bewältigen konnten. In der Entwicklung sowie dem Produktmarketing sind derzeit 40 Mitarbeiter in der neuen Firma beschäftigt.

Wie ist die Gesellschaft aufgebaut und wie agiert sie?
Bungenstock: Zunächst haben wir den Vorteil, dass wir im Vergleich zum Wettbewerb, der eher regional agiert, international aufgestellt sind. Unsere Zielsetzung ist es, den weltweiten Elektromobilitätsmarkt mit Produkten zu versorgen. In Schieder haben wir das komplette Marketing, einen wesentlichen Teil der Entwicklung und einen  großen Teil der Produktionsstätten.
Dabei setzen wir auf zwei große Standbeine: Zum einen auf die Infrastrukturseite mit Komponenten für die Wallbox oder Ladesäule. Dieses Programm umfasst aus dem Bereich „Connectivity“ AC- und DC-Ladestecker inklusive Kabel und aus dem Segment „Devices“  entsprechende Ladesteuerungen. Zum anderen – und für Phoe­nix Contact ist das eine echte Innovation – die Fahrzeugseite mit Lade-Inlets und Zubehör. Dabei geht es nicht nur die Personenkraftwagen, sondern man muss vor allem auch die Nutzfahrzeuge (Busse, Lieferwagen, Flurförderfahrzeuge) betrachten, wo elektrische Antriebe eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Antrieben sind. Das heißt, wir sehen breitbandig auf alles, was im Markt in Bewegung ist. Mit „Solutions“ gibt es noch einen dritten Bereich, der Lösungen und Dienstleistungen rund um die Elektromobilität anbietet und damit das Thema abrundet.


Derzeit verfügen Sie über 40 Angestellte. Suchen Sie neue Mitarbeiter?
Bungenstock: Mit der Gründung der E-Mobility GmbH hat Phoenix Contact eine klare Entscheidung in Richtung Elektromobilität getroffen. Weil der internationale Markt gerade im letzten halben Jahr unglaublich in Bewegung geraten ist, sehen wir uns hier klar bestätigt. Uns erreichen täglich neue Anfragen. Diesem Sachverhalt tragen wir derzeit Rechnung, indem wir zielgerichtete Neueinstellungen vornehmen.  


Phoenix Contact bringt sich im Bereich der Normung stark ein. Warum?
Bungenstock: Wir sind von vornherein sehr stark an den Normungsaktivitäten der Elektromobilität beteiligt. Unser Geschäftsführer, Roland Bent, war bereits im Rahmen der „Nationalen Plattform der Elektromobilität“ involviert. Wir haben einige Spezialisten im Hause, die sich explizit mit der Normung beschäftigen. Sie beobachten, in welche Richtung sich die Elektromobilität weltweit entwickelt, wo Standards gesetzt werden und wo wir uns letztendlich mit einbringen können. Hier hatten wir in den letzten Jahren einige Schwerpunkte wie die IEC 62196-3, die das Laden mit Gleichstrom betrifft. Aus dieser Norm ist beispielsweise unser Com­bined Charging System hervorgegangen. In dem Bereich muss man am Puls der Zeit sein, um zu schauen, wo sich ein neuer technischer Trend abzeichnet. Auch im chinesischen Markt waren wir hier schon früh aktiv. Kurz – die Normung sehen wir als essenziellen Bestandteil unserer Arbeit.