Video IAA 2015 Die spektakulärsten Designstudien der IAA

Designstudie von Mercedes Baenz auf der IAA 2015
Designstudie von Mercedes Baenz auf der IAA 2015

Sie sollen die Zukunft des Designs einläuten. Dabei sind sie oft so schön, dass man sie am liebsten sofort kaufen möchte - oder so hässlich, dass man sich wünscht, sie nie gesehen zu haben. Wir zeigen die Konzeptfahrzeuge aller Hersteller.

So gut wie jeder Hersteller präsentierte auf der IAA einen Prototypen, der die Modernität der Marke und die künftige Designlinie herausstellen soll. Diese Studien sind mal mehr, mal weniger futuristisch, zählen aber stets zu den meist fotografierten Objekten der Messestände.

Klingende Schönheit: Peugeot Fractal

Einen puristischen Entwurf brachte Peugeot an den Start: Der 3,81 Meter kurze Fractal konzentriert sich ganz auf die akustischen Eigenschaften. Die Türverkleidungen mit tiefem Profil erinnern an ein Tonstudio, die 14 Lautsprecher einer französischen Hi-Fi-Schmiede sorgen für besten Sound. Tonausgaben wie Blinkergeräusche oder die Navi-Stimme wandern dreidimensional im Raum und zeigen die gewünschte Richtung akustisch vor. Beim Entriegeln, Beschleunigen und Bremsen reagiert das Auto mit eigens komponierten Soundeffekten. Viele Teile der Schallisolierung stammen aus dem 3D-Drucker. Die Musik lässt sich über zwei Mischpulte in der Mittelkonsole ordentlich aufdrehen. Fahren hingegen ist im Fractal leise - dank zwei 102 PS-Elektromotoren, einem vorne, einem hinten. Neben Audio kann der Fractal auch Smartwatch: Mit Samsungs Gear lässt sich das Auto orten und auch öffnen.

Rennsport für die Straße

Gleich mehrere Hersteller zeigten, wie man sich die automobile Sportlichkeit der Zukunft ausmalt. Und das teilweise sogar deutlich seriennäher.

Bei Honda war die Studie NSX zu sehen, eine 1,16m flache Rennflunder mit LED-Schlitzaugen und markanten Lufteinlässen. Der Hybridrenner soll 2016 in Ohio gefertigt werden und noch im ersten Quartal auf den Markt kommen. Angetrieben wird er von einem 3,5-Liter-Mittelmotor (Benzin), der aus einem Block Aluminium gefertigt und durch drei Elektroaggregate unterstützt wird. Systemleistung: Weit über 500 PS. Im "Quiet"-Modus wird man auch rein elektrisch unterwegs sein können, dann aber langsamer. Trotz des hohen Gewichts soll der Sprint auf 100 in unter 6 Sekunden gelingen und eine Höchstgeschwindigkeit von über 250 km/h möglich sein. Mit mindestens 150.000 Euro dürfte auch der Preis nicht gerade niedrig ausfallen.

Ford lässt mit dem neuen GT die Herzen aller Rennsportfans höher schlagen. Schließlich lässt das Blechkleid des Neuen das unverwechselbare Gesicht des Tourenwagen-Klassikers aus den 60er Jahren erkennen. Front- und Heckleuchten lassen keine Zweifel. Martialisch wirken die großen Luftkanäle bis zu den Radhäusern. Die mehr als 600 PS generiert der GT aus einem klassischen Verbrennungsmotor. Der 3,5-Liter-V6-Biturbo treibt über ein Doppelkupplungsgetriebe die Hinterräder an. Gewicht spart der neue GT durch ein Kohlefaser-Monocoque. Für circa 400.000 Dollar kann man eines der wenigen Exemplare ab 2016 ergattern.

Noch extremer dagegen die Bugatti-Studie Vision Gran Turismo. Sie entstand in Kooperation mit Polyphony Digital, den Machern der Videorennspielereihe Gran Turismo und ist aktuell noch nicht motorisiert. Der Wagen ist eine Vorschau auf den Veyron-Nachfolger Chiron und könnte später von einem Achtliter-W16-Triebwerk befeuert werden. Eine ähnliche „virtuelle“ Studie präsentierte Hyundai mit dem N 2025 Vision-Gran Turismo Concept, der einen Ausblick auf mögliche motorsporttaugliche Fahrzeuge der Koreaner gibt.

Auch einen britischen Sportwagen durften die IAA-Besucher bestaunen: Der 778 PS starke Zweisitzer Jaguar C-X75 war 2010 schon einmal zu sehen, es gab aber entgegen erster Planungen keine Kleinserie des Wagens. Jetzt feiert er sein Comeback, dient dem Bösewicht im neuen James Bond „Spectre“ als Gefährt und wird im Mondlicht durch Rom rasen.

Neben dem neuen Tiguan war bei VW das Konzeptfahrzeug Golf GTE Sport Concept der heimliche Star des Messestandes. Ausgestattet mit 3 Motoren leistet der Über-Golf stolze 400 PS. Neben den Top-Werten wie 4,3 Sekunden von 0 auf 100 und 280 km/h Spitze ist mit ihm auch eine 50 Kilometer lange rein elektrische Fahrt möglich. Dafür haben die Wolfsburger neben dem 1,6-Liter-TSI noch zwei Elektromotoren mit je 115 PS in Front und Heck verbaut. Die Karosserie des Prototyps besteht aus Carbon.

Konkurrenz droht dem schnellen Golf aus dem Hause PSA - bei Peugeot war der 308 R Hybrid zu sehen, ein allradgetriebener Kompaktsportwagen mit 500 Pferdestärken und bis zu 730 Nm Drehmoment. Der 1,6-Liter große Benzin-Vierzylinder plus zwei 115 PS-E-Motoren sorgen für Porsche-gefährdende Beschleunigungswerte.