Bussysteme Konformitätstests an ­Hochgeschwindigkeitsbussen

Agilent bietet Konformitätstestpakete für Hochgeschwindigkeitsbussysteme für seine Infiniium-Oszilloskope an.
Agilent bietet Konformitätstestpakete für Hochgeschwindigkeitsbussysteme für seine Infiniium-Oszilloskope an.

Die Weiterentwicklung der Fahrzeugelektronik wirkt sich auf alle Bereiche der Fahrzeugentwicklung aus. Während sich einige Zeit bei den seriellen Bussen wenig getan hat – LIN, CAN und FlexRay waren bewährt und eingeführt – zeichnet sich in diesem Bereich nun ein erheblicher Fortschritt ab. Die Nachfrage nach Connectivity im Fahrzeug, Fahrassistenzsystemen, mehr Sicherheit und verbesserten Diagnosemöglichkeiten treibt die Entwicklung schneller serieller Busse voran. Die Netztopologie im Fahrzeug ändert sich von einer dezentralen, bereichsspezifischen Architektur hin zu einem hierarchischen Aufbau, der ein leistungsfähiges Rückgrat braucht.

Seit langer Zeit haben sich in der Konsumelektronik im Interesse umfassender Interoperabilität eine Reihe von Standards durchgesetzt, die von entsprechenden Gremien herausgegeben wurden. PCI-SIG, USB-IF, VESA und IEEE beispielsweise haben als Normungsgremien serielle Standards für die Computer- und Videobranche entwickelt, deren Datenraten in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind. Jeder dieser Standards enthält eine Spezifikation für den PHY-Test mit Hilfe eines Oszilloskops. Die Erlaubnis zur Nutzung eines entsprechenden Logos ist an eine formale Prüfung der Konformität gebunden; hierzu müssen auch bestimmte PHY-Tests bestanden werden. Solche Tests werden auf Workshops durchgeführt und von zertifizierten Testinstituten vergeben.
Die seriellen Busse der Automobilindustrie (LIN, CAN und FlexRay) unterscheiden sich diesbezüglich von den seriellen Bussen der Konsumelektronik. Für erstere gibt es im Rahmen der Konformitätsprüfung keine PHY-Tests. Die Standards MOST150 und BroadR-Reach sind entwickelt worden, weil es im Fahrzeug immer mehr elektronische Geräte gibt, die hohe Datenraten benötigen und gleichzeitig unter den dortigen widrigen Bedingungen einsetzbar sein müssen. Diese Standards sollen den Weg für Gigabit-Standards ebnen, die ihren Platz in der Fahrzeugelektronik finden werden.