Broadcom Automotive Ethernet für vernetzte Fahrzeuge der nächsten Generation

Automotive Ethernet ermöglicht den Wechsel zu einem offenen Netzwerk mit hoher Datenrate, geringer Latenzzeit, zuverlässigen Sicherheitsmechanismen und deutlich reduzierten Kosten. So werden bisher der Luxusklasse vorbehaltene Ausstattungsmerkmale auch für den Massenmarkt verfügbar.

Die Automobilindustrie spürt den wachsenden Bedarf an Fahrzeugvernetzung und höheren Datenraten, denn immer mehr Kunden legen beispielsweise Wert auf einen mobilen Internetzugang auch im Auto. Marktforscher gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2025 100 Prozent der Fahrzeuge über irgendeine Form von Vernetzung verfügen.

Die Ethernet-Technik, die in Datenzentren und Unternehmensnetzwerken allgegenwärtiger Standard ist, erobert nun auch das Auto. Ethernet bietet eine skalierbare und offene Architektur, die bislang noch der Luxusklasse vorbehaltene Multimedia- und Sicherheitsausstattungen in naher Zukunft auch dem Massenmarkt zugänglich machen wird.

Ein offenes und skalierbares Netzwerk

Ethernet besitzt alle wichtigen Eigenschaften für vernetzte Fahrzeuge der nächsten Generation. In aktuellen Autos laufen verschiedene Netze im Parallelbetrieb. Dazu gehören etwa Netzwerke für Kamerasysteme, für Infotainment-Anwendungen oder für Sicherheitslösungen. Jedes dieser Netze läuft auf unterschiedlichen Kabelarten. Für Automobilhersteller ist das bei der Kostenkalkulation ein wichtiger Punkt, denn nach dem Motor gilt der Kabelbaum als das zweitwichtigste Teil eines Fahrzeugs – und zwar sowohl in Bezug auf die Kosten als auch auf das Gewicht

Automotive Ethernet über ein einzelnes Kabelpaar ermöglicht den Wechsel von mehreren in sich geschlossenen Anwendungen zu einem einzigen offenen und skalierbaren Netzwerk, das zahlreiche elektronische Systeme und Anwendungen umfasst. So lassen sich etwa fortschrittliche Sicherheitssysteme wie 360-Grad-Rundumsicht-Park-assistenten, Rückfahrkameras oder Notbremssysteme ebenso integrieren wie Komfort- und Unterhaltungsfunktionen.

Mit dem zunehmenden Vernetzungsgrad wächst aber auch die Sorge um die Netzwerksicherheit. Wenn Autos zu rollenden Datenzentren werden, kommen die Ethernet-eigenen Sicherheitsmechanismen ins Spiel: Device/Message-Authentifizierung und Datenverschlüsselung etwa schützen das Auto vor Hackerattacken, Lauschangriffen oder der Installation von nicht zugelassenen Programmen.

Automotive Ethernet über ein einzelnes Kabelpaar reduziert darüber hinaus die Latenzzeit in Fahrzeugnetzwerken. Das ermöglicht eine nahtlose Verbindung zwischen dem Auto und mobilen Geräten oder das Streamen von Multimedia-Inhalten in Echtzeit. In nicht zu ferner Zukunft kann der Fahrer Online-Navigation nutzen, der Beifahrer Musik aus dem Internet streamen und die Passagiere auf der Rückbank jeweils unterschiedliche Videos anschauen. All dies ist gleichzeitig möglich, ohne dass Kompromisse bei der Qualität der Datenströme durch das Ethernet-Netzwerk erforderlich sind.

Automotive Ethernet als Industrie-Standard

Für die Entwicklung innovativer Fahrzeug-Applikationen spielt Standardisierung eine wichtige Rolle. Sie erlaubt es den Automobilherstellern, die Erwartungen der Kunden zu erfüllen und gleichzeitig den Kostenrahmen einzuhalten. Standard-basierte Lösungen verringern nicht nur die Markteinführungszeiten, sie stellen darüber hinaus Produktverfügbarkeit, Upgrade-Fähigkeit und Kompatibilität sicher. Die 2011 von führenden Technologie- und Automotive-Unternehmen gegründete OPEN Alliance hat sich das Ziel gesetzt, Automotive Ethernet als Industrie-Standard zu etablieren.

Die OPEN Alliance wird eine führende Rolle spielen, wenn es darum geht, vernetzte Fahrzeuge der nächsten Generation zu entwickeln. Sie hilft den OEMs dabei, mit erprobten Plattformen das Design-Risiko zu minimieren und die strengen Anforderungen an die Automobilelektronik zu erfüllen. Im Gegenzug werden offene Architektursysteme die Netzwerkkomplexität und die Kabelbaumkosten erheblich senken. Auf dieser Basis wird eine neue Fahrzeuggeneration unterhalb der Luxusklasse mit aufregenden neuen Ausstattungsmerkmalen entstehen.