Wenn Autos miteinander reden

Der Motor Presse Club e.V. (MPC) führte eine wissenschaftliche Tagung für die Aufklärung über Fahrer-Assistenz-Systeme für mehr Verkehrssicherheit durch. Ziel war es, dass in 20 Jahren Autos direkt miteinander kommunizieren, um ihre Insassen sicher ans Ziel zu bringen.

Der Motor Presse Club e.V. (MPC) führte eine wissenschaftliche Tagung für die Aufklärung über Fahrer-Assistenz-Systeme für mehr Verkehrssicherheit durch. Ziel war es, dass in 20 Jahren Autos direkt miteinander kommunizieren, um ihre Insassen sicher ans Ziel zu bringen.

»Diese Flut von Informationen, Kommentaren und Analysen zu den Chancen und Risiken von Fahrer-Assistenz-Systemen und dazu die überaus lebhafte Diskussionen über Gegenwart und Zukunft der Verkehrssicherheit hat uns alle positiv überrascht. Und ganz klar die Notwendigkeit aufgezeigt, künftig im Jahresrhythmus zu weiteren MPC-Verkehrssicherheitstagen einzuladen«, resümiert Jürgen Lewandowski, erster Vorsitzender des MPC, nach zwei Tagen Diskussionen zum Thema »Wie viel Elektronik verträgt der Mensch - Fahrer zwischen Assistenz- und Störsystemen«.

Referenten, Diskussionsteilnehmer und Forum waren sich darin einig, dass die Verantwortung für Verkehrssicherheit letztlich alle gemeinsam tragen: die Verkehrsteilnehmer selbst, die Autoindustrie, die Fahrschulen, die Verbände, die Behörden und auch die Medien. Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des DVR, betonte zudem, dass Sicherheit auch eine Marketingaufgabe der Unternehmen sei. Gerade das Thema Fahrer-Assistenz-Systeme müsste auch in emotionalisierten Anzeigen dargestellt werden, um mehr Menschen zu erreichen.

ESP für alle Fahrzeuge

Nach den guten Erfahrungen mit Rückhaltesystemen, deren gesetzliche Einführung vor mehr als 32 Jahren heftig umstritten war, nach dem Siegeszug des Anti-Blockier-Systems (ABS), das auf Grund einer freiwilligen Selbstverpflichtung des Europäischen Automobilverbands (ACEA) seit Juli 2004 in jeden europäischen PKW serienmäßig eingebaut wird, sei nun die weitere Verbreitung des Elektronischen Stabilitäts-Programms (ESP) vordringliches Ziel, forderte Björn Dosch vom ADAC.

Das vom Fahrer unbemerkt arbeitende System verhindert viele gefährliche Situationen, in denen Autos sonst ins Schleudern gerieten oder von der Fahrbahn abkämen. Viele tausend Menschen hätten diesem System bereits ihr Leben zu verdanken und der gesamtwirtschaftliche Nutzen läge allein in den 25 EU-Ländern im zweistelligen Milliardenbereich, betonte Prof. Dr. Henning Wallentowitz von der RWTH, Aachen. Deshalb solle ESP vom Gesetzgeber lieber heute als morgen zwingend vorgeschrieben werden, spätestens 2009.

Regierungsdirektor Dr. Frank Albrecht vom Bundesverkehrsministerium räumte aber ein, dass solche Verfügungen nur noch auf europäischer Ebene möglich seien. Da müsse man bei der Umsetzung dieser Forderung mit einer Frist bis 2012 oder gar 2013 rechnen. Dieser späte Einführungstermin, betonte Prof. Gunter Zimmermeyer von Bosch, stimme besonders betrüblich, weil ESP in den Vereinigten Staaten spätestens 2011 verbindlich vorgeschrieben werde. Das sei für Europa, wo das System erfunden wurde, ganz besonders bedauerlich.