Verkehrsprojekt DRIVE C2X Warum die Fahrzeugelektronik Hirsche und Elche unterscheiden muss

Beim Verkehrsprojekt DRIVE C2X wurden  unter anderem auch Funktionen zur Baustellen- und Stauwarnung getestet.
Beim Verkehrsprojekt DRIVE C2X wurden unter anderem auch Funktionen zur Baustellen- und Stauwarnung getestet.

Wie gut funktioniert die Fahrzeugvernetzung in der Praxis? Das nun abgeschlossene Verkehrsprojekt DRIVE C2X hat interessante Antworten auf diese Frage geliefert – und erklärt auch, wofür die Unterscheidung verschiedener Wildtierarten wichtig ist.

Die Kommunikation von miteinander vernetzten Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur ist ein wichtiges Forschungsgebiet und gilt als Modell der Zukunft für eine intelligente Steuerung des Straßenverkehrs. Das von der Europäischen Union geförderte Projekt DRIVE C2X hat in den vergangenen 42 Monaten Feldversuche – teils unter Alltagsbedingungen, teils auf separaten Testrouten – in sieben Ländern durchgeführt (Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Schweden, Spanien). Ziele waren, die Vorteile der miteinander kooperierenden Systeme der einzelnen Projektpartner aufzuzeigen, Gefahren im Straßenverkehr zu verringern beziehungsweise gar nicht erst entstehen zu lassen und dadurch eine wirksame Verbesserung des Verkehrsflusses zu erreichen.

34 Partner und 13 unterstützende Mitglieder bilden das Konsortium DRIVE C2X. Die Projektkosten belaufen sich auf 18,6 Millionen Euro, die Europäische Union hat das Projekt mit 12,4 Millionen Euro unterstützt. Das Konsortium besteht aus Automobilherstellern, Automobilzulieferern, Software-Unternehmen, Forschungsinstituten, öffentlichen Einrichtungen sowie Straßenbetreibern und Straßenverkehrsbetrieben.

Getestet wurden unter anderem Funktionen zur Baustellen- und Stauwarnung, Verkehrszeichen-Information, Warnung vor sich nähernden Einsatzfahrzeugen, Wetter- und Straßenzustandswarnung, aber auch Systeme zur Optimierung des Verkehrsflusses vor Ampelkreuzungen oder zur Warnung vor verdeckten Gefahrenstellen und Hindernissen, auf die das Fahrzeug so frühzeitig reagieren kann. Opel stellte nicht nur einen speziell ausgestatteten Insignia mit Wetterwarnfunktion zur Verfügung, das Unternehmen leitete auch das Arbeitspaket zur Prüfung der Interoperabilität der einzelnen Systeme der beteiligten Hersteller.

„Für uns war es spannend herauszufinden, ob sich die unterschiedlichen Fahrzeuge überhaupt verstehen, da jeder Hersteller andere Hard- und Software einsetzt. Tatsächlich hat die Kommunikation zwischen den Autos sehr gut funktioniert“, erklärt Bernd Büchs, Entwicklungsingenieur Elektronik bei Opel. Die entsprechenden Tests und Feldversuche hierzu fanden im niederländischen Helmond statt.

Die von Opel entwickelte Wetterwarnfunktion testete das Konsortium im finnischen Tampere. Dabei erfassen Sensoren an besonders gefährdeten Straßenabschnitten alle Wettersituationen wie Temperatur, Nebel, Regen oder Schnee und informieren die Fahrzeuge über die Car2X-Technologie. Opel erprobte dabei, inwiefern die Elektroniksysteme des Fahrzeugs für die Erfassung von kritischen Situationen wie zum Beispiel Glätte geeignet sind, um diese Information als genau verortete Warnung an andere Fahrzeuge mit Car2X zu übermitteln.