Continental und automatisiertes Fahren Rechtsrahmen und langfristig verfügbare Funkkanäle nötig

Hochautomatisiertes Fahren auf der Autobahn wird technisch bis 2020 machbar. Allerdings fehlt der internationale Rechtsrahmen und langfristig verfügbare Funkkanäle.
Hochautomatisiertes Fahren auf der Autobahn wird technisch bis 2020 machbar. Allerdings fehlt der internationale Rechtsrahmen und langfristig verfügbare Funkkanäle.

Das hochautomatisierte Fahren soll bei Autobahnfahrten die zeitweise Beschäftigung mit fahrfremden Tätigkeiten ermöglichen. Mit den aktuellen Gesetzen ist das weltweit zum größten Teil nicht möglich. Bispielsweise müssen Haftungsfragen geklärt oder bereits erprobte Produkte zugelassen werden.

Continental arbeitet an Möglichkeiten, die dem Fahrer einen elektronischen Chauffeur zur Seite stellen. Das hochautomatisierte Fahren soll bei Autobahnfahrten die zeitweise Beschäftigung mit fahrfremden Tätigkeiten ermöglichen und damit dem Fahrer freie Zeit hinter dem Steuer schenken. Mit den aktuellen Gesetzen ist dies weltweit zum größten Teil nicht möglich. Continental begrüßt den Vorstoß der G7-Länder für einen einheitlichen Rechtsrahmen und warnt davor, bei nationalen Regelungen zu bleiben. Die Experten des Technologieunternehmens raten zudem zu einem verlässlichen Funknetz für den Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen und der Infrastruktur und klaren Regeln für einen unmissverständlichen Dialog zwischen Fahrzeug und Fahrer in anspruchsvollen Verkehrssituationen.

»Die weitere technische Entwicklung hängt von einem zeitgemäßen Rechtsrahmen ab«, warnt Kurt Lehmann, CTO bei Continental, vor veralteten rechtlichen Bestimmungen. Doch obwohl mit der Vision Zero Null Verkehrstote bis zum Jahr 2050 angestrebt werden, sind die Themen rund um die intelligente Fahrzeugnutzung in heutigen Gesetzestexten unberücksichtigt. »Unfälle gehören ins Museum. Dies bleibt jedoch Utopie, wenn die Straßenverkehrsordnungen den Einsatz moderner Technologien nicht in Betracht zieht oder die technischen Möglichkeiten zu stark einschränkt«, stellt Lehmann heraus.

Mit Verkehrsinformationen von anderen Fahrzeugen oder der Infrastruktur können hinter Kurven oder Kuppen verdeckte Verkehrsteilnehmer frühzeitig erkannt werden. Wertvolle Informationen, allerdings nur, wenn es hierbei nicht zu einem gefährlichem Datensalat kommt. Das könnte passieren, wenn ein wichtiger Funkkanal für die schnelle Übertragung von Daten für den Straßenverkehr auch von anderen Diensten genutzt würde. Continental plädiert daher für eine zeitnahe Implementierung einer exklusiven Bandbreite von 5,9 GHz für den Straßenverkehr.

Sichergestellt werden muss auch, dass beim automatisierten Fahren allen klar ist, wer wann die Verantwortung trägt. Missverständnisse können hier bei teilautomatisierten Funktionen im Zweifel tragisch enden. Ein rechtlicher Rahmen sollte sicherstellen, dass der Fahrer zwingend über mindestens zwei Sinne – zum Beispiel Sehen und Hören – über eine anstehende Wiederaufnahme der Fahrtätigkeit informiert wird. Um während einer automatisierten Fahrt den Fahrer rechtzeitig zu informieren, muss die Fahrzeugelektronik wissen, wie der aktuelle Zustand des Fahrers ist. Je nach Beschäftigung mit auch fahrfremden Tätigkeiten kann dann der Dialog mit dem Fahrer so angepasst werden, dass dieser rechtzeitig in der Lage ist, seine Fahraufgabe wieder zu übernehmen.