Embedded Brains Radar-Datenlogger soll Autounfälle verhindern

Bei modernen Systemen zur Bilderfassung und -datenverarbeitung werden oft nur noch ausgewertete Daten nach außen gegeben.
Bei modernen Systemen zur Bilderfassung und -datenverarbeitung werden oft nur noch ausgewertete Daten nach außen gegeben.

Rohdaten, aus denen Fahrerassistenzsysteme etwa Objekte identifizieren, sind immer häufiger nur chipintern verfügbar. Dies erschwert die Fehlersuche und Systemoptimierung. Ein neuer Datenlogger setzt daher auf eine direkte Ankopplung an die Sensoren.

Fahrerassistenzsysteme überwachen mit Hilfe von Radar- und Infrarotsystemen das Geschehen rund um das Fahrzeug. Kernelement sind dabei spezialisierte Mikrocontroller, z.B. von Freescale. Die Radardaten werden vom Mikrocontroller empfangen und weiterverarbeitet, so dass nicht mehr wie bisher die gesamten Bildinformationen weitergeleitet werden, sondern nur noch das Ergebnis.

Die Bilderfassung und -datenverarbeitung finden in einem System statt, lediglich die ausgewerteten Daten werden nach außen gegeben. Das hat den Vorteil, dass alle Funktionen in einem Gehäuse zusammengefasst sind. Allerdings bringt dieser Ansatz in der Entwicklung Probleme mit sich. Denn die Rohdaten, aus denen die Software Objekte identifiziert, sind nur chipintern verfügbar. Das hat zum Beispiel zur Folge, dass vom Fahrer während einer Testfahrt erfasste Fehler nicht analysiert werden können. Denn stellt ein Fahrer während der Testfahrt fest, dass ein Objekt vom System nicht richtig erkannt wurde, ist es nicht möglich, die Ursachen dieses Fehlers in der Software zu identifizieren.

Eine Lösung des Problems liefert der neue Datenlogger DP24R von Embedded Brains. Die Head Unit des Datenloggers wird direkt an die Radarsensoren angekoppelt, so dass der Datenlogger Zugriff auf die Rohdaten hat und sie aufzeichnen kann. Typischerweise sind vier Sensoren an den vier Ecken des Fahrzeugs angebracht, um die gesamte Umgebung des Fahrzeugs überwachen zu können. Mithilfe von vier angeschlossenen Head Units können die Rohdaten während der Testfahrten aufgezeichnet werden, wobei die Aufzeichnungskapazität des Datenloggers zehn Stunden beträgt. Nach der Testfahrt kann der Entwickler die gespeicherten Rohdaten in sein System am Arbeitsplatz einspeisen und dann entscheiden, ob die Bilderfassung fehlerhaft ist oder ob ein Software-Fehler vorliegt. Sollte letzteres der Fall sein, kann der Entwickler seine Algorithmen solange modifizieren, bis sie anhand der gespeicherten Rohdaten genau die Objekte erkennen, die sie erkennen müssen.

Der Datenlogger eignet sich auch für die Entwicklung von Bildverarbeitungsalgorithmen. Für die Algorithmen-Entwicklung benötigen die Entwickler Live-Daten. Auch diese Daten kann der Datenlogger zur Verfügung stellen. Und er bietet hierfür noch eine Zusatzfunktion: Videokameras im Fahrzeug zeichnen zeitsynchron zur Radar-Datenerfassung mit auf. Der optisch-visuelle Vergleich zwischen den verarbeiteten Radardaten und den Videos stellt den ersten Schritt bei der Entwicklung der Algorithmen dar. Der Datenlogger von Embedded Brains bietet die Möglichkeit, die Daten mit einem Zeitstempel zu versehen, so dass die Daten von allen vier Sensoren bei der Analyse auch zeitlich synchron wieder zusammengesetzt werden können.

Die ersten funktionsfähigen Prototypen des DP24R werden im Frühsommer verfügbar sein.