Von ADAS bis zum autonomen Fahren Offene Plattform Renesas autonomy für hohe Flexibilität

Offene Plattform im Fahrerassistenzsystem mit Baustein R-CAR-V3M-SoC
Offene Plattform im Fahrerassistenzsystem mit Baustein R-CAR-V3M-SoC

Sichere Fahrerassistenzsysteme spielen auf dem Weg zum autonomen Fahren eine wichtige Rolle. Hierfür sind Komponenten nötig, die den Anforderungen der Automobilindustrie entsprechen. Renesas hat mit Renesas autonomy eine offene Plattform und mit dem R-CAR-V3M-SoC den ersten Baustein entwickelt.

Seit der Erfindung des Automobils durch Karl Benz und der ersten Massenproduktion durch Ford hat es im Automobilbereich viele Neuentwicklungen gegeben. Nachdem Autos jahrzehntelang nur vom Fahrer gesteuert wurden und Halbleiter keine Rolle spielten, gab es Ende der 1980er Jahre die ersten Autos, die Navigationssysteme zur passiven Unterstützung des Fahrers eingebaut hatten. Heute kann man keine neuen Fahrzeuge ohne ABS oder ESP finden, womit ein aktiver Eingriff in die Sicherheit von Fahrer und Mitreisenden stattfindet. Selbst die Träume von selbstfahrenden Autos, die seit den 1950er Jahren nur Zukunftsmusik waren (Bild 1), werden mittlerweile wahr – es ist nur noch eine Frage von Jahren.

Renesas hat sich klar zur Förderung dieser Entwicklung bekannt und damit ADAS sowie automatisiertes Fahren – neben der Entwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen – in den Fokus gestellt.

ADAS first

Die Logik dahinter ist einfach: Renesas stellt Prozessoren für den Automobilbereich her, Komponenten, die für ADAS und automatisiertes Fahren notwendig sind, wie High-End-SoCs für die Auswertung von Sensoren, die Sensorfusion und die kognitiven Entscheidungen, sowie MCUs für die sicherheitsrelevante Bewertung und Ausführung. Ultimatives Ziel ist, dass ein Auto sicher und komfortabel bewegt wird.

Bevor es jedoch so weit ist und automatisiertes Fahren zu Realität wird, finden Fahrerassistenzsysteme auf breiter Ebene Anwendung (Bild 2). Das primäre Ziel von Fahrerassistenzsystemen ist es, den Fahrer mit zusätzlichen Funktionen zu unterstützen, die die Sicherheit erhöhen. Damit ist nicht nur die Sicherheit des Fahrers, sondern auch die anderer Verkehrsteilnehmer gemeint, egal, ob diese in anderen Fahrzeugen unterwegs sind oder als Fußgänger. Zusätzlich wird von Fahrerassistenzsystemen erwartet, dass sie den Komfort erhöhen und zu einer ökonomischen und ökologischen Fahrweise beitragen.

Ein typisches Fahrerassistenzsystem oder auch später eine Implementierung für automatisiertes Fahren besteht aus drei Elementen:

  • einem Element für Sensorik und Auswertung, was auch die Anbindung an die Cloud für HD Maps oder Echtzeitverkehrsinformationen beinhalten kann,
  • einem Element für Sensorfusion und kognitiver Bewertung und
  • einem Element mit Aktoren für beispielsweise Lenkung und Bremse.

Die beiden erstgenannten Elemente (Bild 3) sind Bestandteil der Automated Driving Platform – je nach Automatisierungsgrad wird damit ein Fahrerassistenzsystem abgebildet oder sogar automatisiertes Fahren ermöglicht. Sensorik und Analyse werden benötigt, um ein Umgebungsbild des Autos zu schaffen und im Element Fusion und kognitive Entscheidung werden dann die Steuerungsbefehle für die Kontrollelemente der Aktoren erzeugt.

Offen

Weil diese beiden erstgenannten Elemente von entscheidender Bedeutung für Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren sind, hat Renesas sich entschieden, die „Renesas autonomy“-Plattform zu entwickeln, die die notwendigen Attribute einer offenen und zuverlässigen Plattform vereint.

Renesas autonomy ist eine offene Plattform, die von Renesas und Partnerunternehmen unterstützt wird. Das Partnernetzwerk ist zur Zeit im Aufbau und erweitert Renesas‘ hauseigene Lösungen um zusätzliche Hardware, Betriebssysteme, Partner für künstliche Intelligenz oder für

Applikationsentwicklung – um nur einige Beispiele zu nennen. Das gibt den Zulieferern die Freiheit zu entscheiden, wo sie mit ihrer Entwicklung beginnen wollen: direkt auf den differenzierenden Faktoren von Renesas, oder ob sie eine Lösung aus dem Partnernetzwerk nutzen wollen. So können sie entscheiden, ob sie die Wertschöpfung maximieren oder die Zeit zur Volumenproduktion verkürzen wollen, indem sie Lösungen etablierter Partner implementieren (Bild 4).

Bilder: 7

Die Bilder des Artikels im Überblick 2-8

Der Weg in die Zukunft