Dekra übernimmt Lausitzring Neues Zentrum für automatisiertes und vernetztes Fahren

Blick von oben auf der Lausitzring und das Dekra Technology Center (im Vordergrund).
Blick von oben auf den Lausitzring und das Dekra Technology Center (im Vordergrund).

Die Sachverständigenorganisation Dekra übernimmt zum 1.11.2017 den Lausitzring. Zusammen mit dem Dekra Technology Center entsteht hier das Innovationszentrum für die Prüfung der Mobilität der Zukunft. Es wird Bestandteil eines internationalen Testverbunds für automatisiertes und vernetztes Fahren.

In den Aufbau des internationalen Testverbunds für automatisiertes und vernetztes Fahren investiert die Dekra mehr als 30 Millionen Euro. »Die Zukunftsthemen Automatisierung und Konnektivität werden für die Sicherheit der Mobilität immer wichtiger«, erklärt Stefan Kölbl, Vorsitzender des Vorstands der Dekra, die Beweggründe hierfür. »Wir nehmen unseren Auftrag Sicherheit sehr ernst. Deshalb bieten wir unseren Kunden aus der Automobilbranche Prüf- und Entwicklungskompetenz für die autonome und vernetzte Mobilität der Zukunft. Die Übernahme des Lausitzrings und die Zusammenführung mit dem Dekra Technology Center sind dafür ein ganz entscheidender Schritt.«

Im Rahmen des Verbunds steht in Klettwitz, der Heimat des Lausitzrings, der Aufbau von Testanlagen für alle Aspekte des automatisierten Fahrens im Mittelpunkt. Mittelfristig kommt das Thema Vernetzung hinzu, das innerhalb des Dekra-Konzerns schwerpunktmäßig am Standort Málaga angesiedelt ist. Von dort ausgehend werden entsprechende Prüfkapazitäten auch in Klettwitz aufgebaut. Für das Hersteller-unabhängige Zentrum für automatisiertes und vernetztes Fahren sollen Strecken und Anlagen entstehen, die das Testen von automatisierten Fahrfunktionen ermöglichen. Im Einzelnen werden zwei Citykurse, ein Überlandkurs sowie eine Autobahnstrecke auf dem bestehenden Test-Oval zur Verfügung stehen, dazu mehrere große Asphaltflächen.

Die Infrastruktur wird außerdem alle nötigen Komponenten zur Einbeziehung von V2V und V2X-Kommunikation beinhalten. So werden nach Angaben der Sachverständigenorganisation Systeme wie Fahrroboter, selbstfahrende Plattformen, diverse Soft-Targets sowie mobile Verkehrsinfrastruktureinrichtungen zur messtechnischen Ausstattung gehören, mit denen Kamera-, Laser- und Radar-basierte Umfelderkennungssysteme geprüft werden.

Nach der Übernahme steht das Gelände ab Anfang des Jahres 2018 zur Verfügung. Der geplante Ausbau von Strecken und Infrastruktur wird im Lauf des Jahres 2018 im Wesentlichen vollzogen.