CAR@TUM-Projekt ISPA MMI-Konzepte für vorausschauendes Fahren

Die Car-to-X-Kommunikation sowie digitale Karten bieten die Voraussetzungen, um den Vorausschauhorizont des Fahrers zu erweitern. Man kann dem Fahrer auch Informationen darüber geben, wann er vom Gas gehen soll, um sicher und effizient zu verzögern, weil sich vor ihm z.B. ein noch nicht sichtbares Hindernis befindet. Die Herausforderung besteht darin, den Fahrer davon zu überzeugen, reagieren zu müssen, obwohl er das Hindernis noch nicht sehen kann. Ziel des Forschungsprojekts ISPA (Intelligent Support for Prospective Action) im Rahmen der Initiative CAR@TUM war es, Konzepte für die Mensch-Maschine-Interaktion zur erarbeiten sowie das Potential einer Erweiterung des Vorausschauhorizonts des Fahrers hinsichtlich Sicherheit und Effizienz aufzuzeigen.

Die Technische Universität München und die BMW Group arbeiten bereits seit Jahrzehnten eng zusammen. Mit CAR@TUM, kurz für „Munich Centre of Automotive Research“, erhielt das gemeinsame Wirken im Mai 2007 eine feste Struktur. In der Allianz potenzieren die BMW Group und die TU München ihre Kompetenzen in gemeinsamen Forschungsprojekten, die einen Bogen von der ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenforschung bis hin zum fertigen Produkt spannen. Im Mittelpunkt der Kooperation steht das Ziel, die individuelle Mobilität auch langfristig zu erhalten. Die Laufzeiten der Projekte sind so ausgelegt, dass die Doktoranden an der TU München die Möglichkeit haben, parallel zu ihren Forschungsarbeiten am Lehrstuhl ihre Dissertationen durchzuführen. Zudem konzentrieren sich die gemeinsamen Tätigkeiten nicht auf einen einzelnen Lehrstuhl, sondern erhalten durch die Vernetzung verschiedenster Fachbereiche eine interdisziplinäre Sichtweise. Gelenkt wird die operative Zusammenarbeit von einem Steuerkreis, dem je vier Vertreter der Technischen Universität München und der BMW Group angehören. Den Vorsitz führen Dr. Klaus Draeger, Mitglied des Vorstands der BMW AG für den Bereich Entwicklung, sowie der Präsident der TU München, Professor Wolfgang A. Herrmann. Aktuell arbeiten rund 45 Doktoranden an 25 Lehrstühlen mit Partnern der BMW Group an sieben verschiedenen Projekten zu unterschiedlichsten Themenschwerpunkten. Für die Koordination der einzelnen Projekte stehen jeweils ein von der Unternehmensseite gestellter Projektleiter und ein von der TU München benannter Sprecher in ständigem Austausch. Ein Mentor aus dem Unternehmen überprüft die Ergebnisse im Hinblick auf einen schnellen Einsatz innerhalb der Serienentwicklung. Die enge, aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universität gewährleistet, dass sowohl innova­tive Technologien als auch entsprechend qualifizierte Absolventen ihren Weg in die Zukunftsmärkte finden.