Mittelklasse lernt das Radar-„Sehen“

Noch sind Radar-Systeme sehr teuer und finden sich vorwiegend in Fahrzeugen der Oberklasse. Außerdem benötigen sie relativ viel Platz im Stoßfängerbereich. Eine neue Familie von Radar-System-ICs könnte...

Noch sind Radar-Systeme sehr teuer und finden sich vorwiegend in Fahrzeugen der Oberklasse. Außerdem benötigen sie relativ viel Platz im Stoßfängerbereich. Eine neue Familie von Radar-System-ICs könnte dies ändern und damit Fern- und Mittelbereichsradar bereits ab Mitte 2010 in Fahrzeuge des mittleren Preissegments bringen.

Eine große Bedeutung kommt künftig Fahrerassistenzsystemen und aktiven Sicherheitssystemen zu, die helfen, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und dadurch Unfälle zu vermeiden oder zumindest die Unfallschwere zu verringern.

Sicherheit auf europäischer Ebene groß geschrieben

Das Marktforschungsunternehmen Strategy Analytics erwartet, dass die Anwendung „Fernwarnsystem im Auto“ in den kommenden Jahren um mehr als 65 Prozent pro Jahr an Stückzahlen zulegt. 2011 sollen von den 3 Mio. Fahrzeugen mit Fernwarnsystem etwa 2,3 Mio. bereits Radarsysteme nutzen. 2014 könnten damit 7 Prozent aller Neuwagen mit einem Fernwarnsystem ausgerüstet sein, vorwiegend in Europa und Japan. Deshalb will auch die Europäische Union ihren „Aktionsplan Sicherheit“ fortsetzen. Dieser hat zum Ziel, die Sicherheit im Straßenverkehr weiter zu erhöhen und die Zahl der Verkehrsunfallopfer bis 2010 um die Hälfte zu verringern. Das macht die breite Einführung neuer integrierter Sicherheitssysteme notwendig, die das Unfallrisiko in kritischen Situationen verringern helfen. Fern- und Mittelbereichsradar-Systeme, die den Bereich von 20 bis zu 200 m vor dem Fahrzeug „sehen“, können dazu maßgeblich beitragen, denn sie erfassen Hindernisse und vorausfahrende Fahrzeuge unabhängig von den Sichtverhältnissen. Wird beispielsweise ein Zusammenstoß erwartet, könnten frühzeitig Kopfstützen und Gurte für den möglichen Aufprall eingestellt und ein entsprechendes Signal an das Bremssystem oder die Airbags gegeben werden. Um diese Aufgabe zu erfüllen, müssen solche Systeme in der Lage sein, das Umfeld des Fahrzeugs zu erfassen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Sensoren auf Basis von Radar-Verfahren. Sie realisieren eine elektronische „Hülle“ (siehe Text unten) mit einer bis zu 30 m breiten „Rundumsicht“ um das Fahrzeug. So können Hindernisse in der gesamten Umgebung des Autos erkannt werden. Entsprechend vielfältig sind die möglichen Sicherheitsanwendungen. Sie reichen von Warnfunktionen bei drohenden Auffahrunfällen über Hilfestellung beim Spurwechsel bis hin zu Einpark- oder Stop-and-Go-Assistenten.