Automatisiertes Fahren Mein Auto – der Chauffeur?

Das Auto als Chauffeur? Der deutsche Autofahrer ist dem nicht abgeneigt.
Das Auto als Chauffeur? Der deutsche Autofahrer ist dem nicht abgeneigt.

Deutsche Autofahrer wollen das automatisierte Fahren auf der Autobahn – so das Ergebnis der Continental Mobilitätsstudie 2013. 76 Prozent votieren für den Einsatz bei langen Fahrten und 70 Prozent für die Nutzung in Staus auf der Autobahn.

Für die Studie befragte das Marktforschungsinstitut infas 1.000 Autofahrer in Deutschland, den USA, Japan und China sowie jeweils 200 in Frankreich, Indien und Brasilien, außerdem Verkehrspsychologen, Juristen und Experten der Automobilindustrie. Ergebnis: Viele Menschen empfinden den alltäglichen Verkehr mit Staus, Berufsverkehr, Baustellen oder Parkplatzmangel als Stress. Daher klingt es für etliche Autofahrer angenehm, wenn das eigene Auto als Chauffeur fungiert und Zeit bleibt, um SMS zu schreiben, telefonieren, Mails checken, ein Buch zu lesen oder einfach den Gedanken freien Lauf lassen. Heimische Autofahrer möchten sich vor allem durch Autobahnbaustellen (69 Prozent) und -staus (54 Prozent) fahren sowie ihr Fahrzeug automatisiert in Parkhäusern (46 Prozent) einparken lassen.

Diese Wünsche stimmen exakt mit den Angaben der Befragten zu ihrem Verkehrsalltag überein: Sie verbinden das steigende Verkehrsaufkommen in Deutschland mit erhöhtem Stress (67 Prozent). Besonders Verkehrsstillstand und unübersichtliche Verkehrssituationen sind die Ursache: Staus und Stop&Go-Situationen (63 Prozent), überfüllte Straßen (51 Prozent), Parkplatzsuche (49 Prozent) und Fahrten durch Autobahnbaustellen (47 Prozent). Dennoch greift die Mehrheit (67 Prozent) der Autofahrerinnen und ‑fahrer in Deutschland immer noch gerne zum Lenkrad und hat Vertrauen in die eigenen Fahrkünste (63 Prozent). Nur eine Minderheit ist dem Fahren gänzlich abgeneigt (9 Prozent).

Teil-, hoch- und vollautomatisiertes Fahren ist natürlich noch Zukunftsmusik. Momentan sorgen Fahrerassistenzsysteme für Sicherheit und Komfort. Mit der zunehmenden Industrialisierung von Fahrerassistenzsystemen ist es mittlerweile gelungen, die Kosten für die notwendige Technik, Umfeldsensorik wie Kamera, Radar, Lidar, auf ein Maß zu reduzieren, das mittlerweile eine Verbreitung in allen Fahrzeugklassen ermöglicht.

Dieser Demokratisierungseffekt ist den Ergebnissen der „Continental Mobilitätsstudie 2013“ deutlich abzulesen: Komfortorientierte Fahrerassistenzsysteme wie Parksensoren und Tempomaten erfreuen sich Nutzungsraten in Deutschland von mehr als 50 Prozent. 90 Prozent der befragten Autofahrerinnen und -fahrer in Deutschland schätzen diese Systeme als wertvolle Helfer im Straßenverkehr.

Abgesehen von der elektronischen Stabilitätskontrolle (ESC), über die nach eigenen Angaben bereits 62 Prozent der Autofahrer in ihren Fahrzeugen verfügen (laut DAT-Report 2013 liegt die offizielle Ausstattungsrate bei Neufahrzeugen bei 86 Prozent), fallen die Nutzungsraten von sicherheitsorientierten Fahrerassistenzsystemen wie Spurhalte- und Notbremsassistenten dagegen noch geringer aus. Immerhin knapp jeder zehnte Autofahrer in Deutschland lässt sich bereits von den elektronischen Sicherheitsbegleitern vor Auffahrunfällen und ungewolltem Verlassen der Fahrspur schützen. Insgesamt werden Fahrerassistenzsysteme von fast allen (93 Prozent) Fahrzeugführern in Deutschland als hilfreich eingestuft.