Sicherheitstechnik Konzeptfahrzeug erkennt abgelenkten Fahrer

Das Konzeptfahrzeug erkennt die Ablenkung des Fahrers und steuert seine Aufmerksamkeit mit dem LED-Band.
Das Konzeptfahrzeug erkennt die Ablenkung des Fahrers und steuert seine Aufmerksamkeit mit dem LED-Band.

Durch Unaufmerksamkeit sterben allein in den USA pro Tag rund zehn Verkehrsteilnehmer, über 1.100 werden verletzt. Continental hat deshalb ein Konzeptfahrzeug entwickelt, das abgelenkte Fahrer erkennt und ihre Aufmerksamkeit mit einem farbigen LED-Band auf Gefahrenpunkte richtet.

Moderne Fahrerassistenzsysteme wie Spurhalteassistent, Abstandsregeltempomat und Kollisionswarner helfen, gefährliche Verkehrssituationen zu vermeiden. Doch viele Fahrer fühlen sich von solchen System gegängelt oder ärgern sich über ständige Warnhinweise. Denn wie kritisch eine Situation tatsächlich ist, hängt nicht allein von objektiven Größen wie Abstand  und Geschwindigkeit ab, sondern vor allem auch davon, ob der Fahrer eine mögliche Gefährdung selbst rechtzeitig  erkennt. Wer aufmerksam ist, möchte nicht laufend ermahnt werden. Doch wenn es wirklich ernst wird, sollen die Schutzsysteme zuverlässig eingreifen.

So flexibel sind die aktuellen Sicherheitskonzepte noch nicht. Mit dem „Driver-Focus-Fahrzeug“ hat Continental nun jedoch ein Konzeptmodell vorgestellt, das über eine Infrarotkamera im Innenraum erkennt, wohin der Fahrer seinen Blick gerichtet hat. So weiß das Auto, ob der Fahrer eine gefährliche Situation tatsächlich sehen kann oder gerade abgelenkt ist. Darüber hinaus macht das Driver-Focus-Fahrzeug mit einem speziellen LED-Lichtband den Fahrer intuitiv auf eine Gefahr aufmerksam. Das den gesamten Fahrzeuginnenraum umfassende LED-Lichtband leitet den Blick des Fahrers mit situationsabhängigen Lichtsignalen in Richtung der Gefahrenquelle. Die Warnung und die Aktivierung der Fahrerassistenzsysteme sind damit direkt auf die Fahrsituation und den Aufmerksamkeitszustand des Fahrers zugeschnitten.

Wenn zum Beispiel die Infrarotkamera erkennt, dass der Fahrer seinen Blick gerade von der Straße abwendet, während er sich einer potenziellen Gefahrenstelle nähert, wird das LED-Lichtband aktiviert. Die LEDs können eine Lichtspur, eine blinkende Wand oder ein anderes Lichtsignal erzeugen. Dies nimmt der Fahrer auch peripher war und lenkt fast instinktiv die Aufmerksamkeit in die gewünschte Richtung. Je nach Gefahrenstufe, kann das LED-Lichtband von weiß über gelb bis hin zu knallrot jede Farbe annehmen.

Für die Erfassung des Fahrzeugumfelds greift das Continental-Konzeptfahrzeug auf verschiedene Assistenzsysteme aus der Serienproduktion zurück. So warnt etwa der Spurhalteassistent den Fahrer gezielt dann, wenn er gerade nicht auf die Verkehrssituation achtet und droht, die Fahrspur zu verlassen. Durch die Vermeidung unnötiger Warnungen werden wiederum die möglichen zusätzlichen Ablenkungen des Fahrers auf ein Minimum reduziert. Dennoch kann der Fahrer sich jederzeit auf das Warnsystem verlassen.

Ähnlich funktioniert das Zusammenspiel mit einem System zur Kollisionswarnung: In dem Driver-Focus-Fahrzeug wird der Blick des Fahrers analysiert, bevor eine Kollisionswarnung erfolgt. Schaut er aufmerksam auf die Straße, kann die Warnung unterdrückt werden, bis die Situation sehr kritisch wird. Umgekehrt kann bei Unaufmerksamkeit des Fahrers eine Warnung sofort erfolgen, solange die Situation noch nicht gefährlich ist.

Bilder: 6

Driver-Focus-Konzeptfahrzeug

Continental LED