Bedieneinheit von Continental Kommandozentrale für autonome Kraftfahrzeuge

»Smart Control« von Continental als zentrales Bedienelement für den Mensch-Maschine-Dialog.
»Smart Control« von Continental als zentrales Bedienelement für den Mensch-Maschine-Dialog.

Der Erfolg des automatisierten bis autonomen Fahrens setzt Vertrauen und Akzeptanz bei den Nutzern voraus. Continental präsentiert ein zentrales Eingabegerät in der Mittelkonsole, das die Fahrmanöver und den Übergang zwischen den Modus greifbar macht.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Fahrzeuge vollautomatisiert oder gar autonom fahren werden. Der Autofahrer wird zunehmend zu einem Begleiter und Überwacher von Fahrmanövern. Continental ist überzeugt, dass der Erfolg der automatisierten Fahrzeuge von der Akzeptanz und dem Vertrauen der Nutzer abhängig ist. Das Unternehmen möchte das durch eine zentrale Mensch-Maschine-Schnittstelle erreichen, die den Nutzer intuitiv und transparent informiert. Das so genannte »Smart Control« gestaltet den Rollenwechsel vom Autofahrer zum Passagier in automatisierten Fahrfunktionen transparent und intuitiv, so dass die Insassen jederzeit über den aktuellen Fahrmodus informiert werden. Durch die Beeinflussung von Fahrmanövern, stellt »Smart Control« ein neues Element für den Dialog zwischen Nutzer und Fahrzeug dar.

Kooperative Automatisierung

Um die Aufgabenteilung zwischen Fahrer und Auto in den SAE-Levels 4 und 5 sicher zu gestalten, erfüllt das Eingabegerät unterschiedliche Aufgaben. Als Element in der Mittelkonsole informiert es, über eine Kinematik-Funktion, kontinuierlich über den aktuellen Fahrmodus:

  • Während manueller Fahrphasen verschwindet es in der Mittelkonsole, sodass der Fahrer nur das oben auf liegende Touchpad, zum Beispiel zur Steuerung des Infotainments, nutzen kann.
  • Sobald sich das Fahrzeug auf einer automatisierten Fahrstrecke befindet, fährt das Gerät aus der Mittelkonsole heraus und der Fahrer kann die Automatisierung mit Hilfe des Eingabegeräts aktivieren und steuern.

Das ausgefahrene Gerät wird wie ein Joystick bedient und unterstützt gleichzeitig durch eine haptische Rückmeldung. Eine zusätzliche Farbcodierung schafft Klarheit über den aktuellen Status der Automatisierung. Je nach Fahrmodus leuchtet das Eingabegerät zusammen mit anderen Elementen im Cockpit in einer bestimmten Farbe.

Zudem trägt »Smart Control« dazu bei, die Aufmerksamkeit des Nutzers auch während einer automatisierten Fahrt zu erhalten. Das ist wichtig, um insbesondere die Übergabephase am Ende eines autonomen Streckenabschnitts sicher zu gestalten. Durch die kooperative Automatisierung, dass der Fahrer trotz autonomen Fahrbetriebs beispielsweise einen Überholvorgang vorgeben kann, bleibt er stets im Regelkreis der Fahraufgabe integriert.

Weiterhin kann der Fahrer das Eingabegerät nutzen, um zwischen verschiedenen Informationsdarstellungen im Kombiinstrument zu wechseln:

  • Maximale Umgebungsvisualisierung, bei der alle Verkehrsteilnehmer in unmittelbarer Nähe angezeigt werden.
  • Stark reduzierte Ansicht, die einen Ausblick auf die voraus liegenden Fahrabschnitte bietet.

Die Funktion unterstützt die Vertrauensbildung in das automatisierte Fahren maßgeblich, indem sie jederzeit transparent das gewünschte Maß an Informationen bereitstellt.

Ergonomisches Design

Für die Gestaltung des zentralen Eingabeelements hat das Unternehmen Ergonomie-Tests durchgeführt, um die richtige Form und passende Materialien für eine ergonomische und wertige Gestaltung zu identifizieren. Aktuell ist das Design vor allem funktional ausgerichtet und kann herstellerspezifisch angepasst werden. Neben einer haptischen Rückmeldung zur Bestätigung von Fahreraufträgen haben die Entwickler eine Funktion integriert, die eine ungewollte Bedienung verhindert. Sie erkennt, ob der Fahrer die Hand aufgelegt oder das Gerät nur versehentlich berührt hat.

Das »Smart Control« für automatisiertes Fahren wird aktuell in unterschiedlichen Testfahrzeugen und auch im Fahr-Simulator getestet, um das Konzept der kooperativen Automation über ein zentrales Bedienelement weiter zu optimieren.