Projekt Amalthea4public Hardware für schnelle Computersysteme in automatisierten Fahrzeugen entwickeln

Erprobungsfahrzeug auf Basis Tesla Model S von Bosch. Um Mehr Rechenleistung für automatisiertes Fahren zu erzielen, beteiligt sich Bosch am Projekt Amalthea4public.
Erprobungsfahrzeug auf Basis Tesla Model S von Bosch. Um mehr Rechenleistung für automatisiertes Fahren zu erzielen, beteiligt sich Bosch am Projekt Amalthea4public.

Der Trend zum automatisierten Fahren führt dazu, dass immer mehr Software verarbeitet werden muss und das Fahrzeuggesamtsystem erheblich komplexer wird. Dazu ist mehr Rechenleistung erforderlich. Diesem Problem nimmt sich nun das Forschungsprojekt Amalthea4public an.

Unter Leitung von Bosch arbeiten an dem Projekt »Enabling of Results from Amalthea and others for Transfer into Application and building a Community« 21 Partner aus Deutschland, Schweden, Spanien und der Türkei. Die deutschen Projektpartner konzentrieren sich dabei vorrangig auf die Anforderungen der Automobilindustrie. Das Projekt läuft bis August 2017.

Die Rechenleistung von Embedded Systems lässt sich durch den Einsatz von Mikroprozessoren mit mehreren, parallel arbeitenden Prozessorkernen deutlich erhöhen. Während Multi-Core-Hardware seit einigen Jahren in Desktop-Computern eingesetzt wird und vermehrt auch im Automobilbereich zum Einsatz kommt, gilt Many-Core als Zukunftstechnologie für die Verarbeitung großer Datenmengen.

Allerdings sind die Programme, mit denen die Industrie eingebettete Systeme entwickelt, bisher noch nicht auf das parallele Rechnen mit Multi- und Many-Core-Prozessoren ausgelegt. Die Software muss so aufgeteilt und zugeordnet werden, dass sie die neue Hardware optimal nutzt. Das Projektteam von Amalthea4public wird eine Methodik hierfür erarbeiten und eine durchgängige Software-Plattform bereitstellen. Mithilfe dieser Plattform werden Ingenieure zukünftig Multi- und Many-Core-Systeme für ihre Anwendungen effektiv und effizient entwickeln. Die Anforderungen an die neue Hard- und Software sind insbesondere in punkto Qualität und Sicherheit extrem hoch. Schließlich hängen von ihr beim automatisierten Fahren Menschenleben ab.

Die Forscher knüpfen an das Vorgängerprojekt »Amalthea« an, in dem bereits eine Software-Plattform für Multi-Core-Systeme erarbeitet und veröffentlicht wurde. Diese Plattform wollen sie so erweitern, dass sie auch Many-Core-Systeme unterstützt und Unternehmen ihre gesamten Entwicklungswerkzeuge darin einbinden können. Für ihre Arbeit nutzen die Forscher die Ergebnisse verschiedener öffentlich geförderter Projekte. Die Plattform basiert auf der quelloffenen Entwicklungsumgebung Eclipse und wird jedem Anwender frei zur Verfügung stehen. Zudem will das Konsortium ein Eclipse-Projekt und eine Community aufbauen, welche die Entwickler auch nach Ende des Forschungsprojekts verbindet und unterstützt. Auf diese Weise soll es gelingen, die Ergebnisse von AMALTHEA4public einem breiten Kreis zugänglich zu machen und als Standard für die Entwicklung eingebetteter Multi- und Many-Core-Systeme zu etablieren.

Neben Bosch beteiligen sich Behr-Hella-Thermocontrol (BHTC), die Werkzeughersteller itemis und Timing-Architects, das Unternehmen TWT, die europäische Tochtergesellschaft der Eclipse Foundation, das OFFIS-Institut für Informatik, das Institut für Automation und Kommunikation (ifak), die Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie (IPT-EM), die Fachhochschule Dortmund, die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg und die Universität Paderborn. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Arbeit der deutschen Projektpartner innerhalb des Zukunftsprojektes Industrie 4.0 mit rund 3,3 Millionen Euro, hinzu kommen Projektpauschalen für die Hochschulen.

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Außer Bosch und Behr-Hella-Thermocontrol (BHTC) beteiligen sich die Werkzeughersteller itemis und Timing-Architects, das Unternehmen TWT, die europäische Tochtergesellschaft der Eclipse Foundation, das OFFIS-Institut für Informatik, das Institut für Automation und Kommunikation (ifak), die Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie (IPT-EM), die Fachhochschule Dortmund, die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg und die Universität Paderborn. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Arbeit der deutschen Projektpartner innerhalb des Zukunftsprojektes Industrie 4.0 mit rund 3,3 Millionen Euro, hinzu kommen Projektpauschalen für die Hochschulen.