Valeo Große Bühne für neue Technik

Coole Kulisse: Valeo präsentierte am Hockenheimring zahlreiche Neuheiten.
Coole Kulisse: Valeo präsentierte am Hockenheimring zahlreiche Neuheiten.

Ob virtuelle Schlüsselübergabe, blickgesteuerte Funktionen, elektrisch angetriebene Kompressoren oder Baustellenassistenten mit Laserscanner – der französische Automobilzulieferer Valeo nutzte die imposante Kulisse des Hockenheimrings, um Zukunftstechnologien vorzustellen.

„Unser großes Vorbild ist Vorwerk.“ Mit dieser Aussage verblüffte Alexander Ziems, Group President Germany bei Valeo, die Teilnehmer der Valeo-Veranstaltung am Hockenheimring. Was könnte ein Automobilzulieferer von einem Staubsaugerhersteller lernen? Nun, eine Sache schon: Mit einem Bekanntheitsgrad von 98 % in Deutschland liegt Vorwerk zurzeit noch sehr deutlich vor Valeo. Dabei dürften die meisten Deutschen schon mit einem Valeo-Produkt in Kontakt gekommen sein, immerhin macht der französische Konzern rund 30 Prozent seines Umsatzes mit deutschen Kunden.

In Hockenheim gab Valeo einen Ausblick auf Lösungen, die erst in näherer Zukunft in Serienfahrzeugen zu finden sein werden. Im Bereich Antriebssysteme gehört dazu insbesondere der elektrische angetriebene „Supercharger“. Dieser elektrische Kompressor arbeitet im Gegensatz zum Turbolader unabhängig vom Luftkreislauf und sorgt mit einer Ansprechzeit von lediglich 250 ms für ein schon bei tiefen Drehzahlen einsetzendes Drehmoment. Der Supercharger lässt sich sowohl im herkömmlichen 12-Volt-Bordnetz betreiben als auch mit 48 Volt. Er arbeitet mit Saug- und Turbomotoren und kann entweder zur Verbrauchsreduzierung (mit längerer Übersetzung) oder zur Leistungssteigerung eingesetzt werden.

 

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Technik-Highlights von Valeo

Technik-Highlights von Valeo

Gerade um Letzteres auszuprobieren, ist der Hockenheimring natürlich die perfekte Umgebung. Eine Runde in einer mit einem 1,75-Liter-Turbomotor ausgestatteten getunten Alfa Romeo Giuletta demonstrierte nachdrücklich, was der Einsatz des Superchargers bewirkt: Bei einem herzhaften Tritt aufs Gaspedal bei niedrigen Umdrehungszahlen passiert erst mal – so gut wie nichts. Dafür setzt dann ab gut 3.000 U/min die Beschleunigung umso vehementer ein. Ganz anders bei aktiviertem elektrischen Kompressor: Schon knapp über Leerlaufdrehzahl schiebt die Giuletta mächtig an, so dass man eher einen großvolumigen Sauger unter der Motorhaube vermuten würde.

Im Bereich Komfort- und Fahrerassistenzsysteme präsentierte Valeo gleich mehrere Lösungen: Der auf Ultraschallsensoren sowie einem Laserscanner basierende Baustellenassistent etwa soll 2016 in Serienfahrzeugen eingesetzt werden. Während es sich bei den von autonomen Versuchsfahrzeugen bekannten Laserscannern um sendemastartige Gebilde im Wert einer Luxuslimousine handelt, arbeitet Valeo mit einem kompakten Bauteil, das sich unauffällig in die Fahrzeugfront integrieren lässt. Der Scanner bietet eine Reichweite von über 200 Metern bei einem Sichtfeld von 145 Grad sowie einer Auflösung von 0,25 Grad. Bei der Fahrt durch eine eng gesteckte Pylonengasse erleichterte der Baustellenassistent das Kurshalten durch gezielt gesetzte Lenkimpulse. Auch andere Hindernisse wie etwa Bordsteinkanten erkannte das System im Test zuverlässig.