Autonomes Fahren Google testet neuen Radarchip von NXP

Radarsensor-Konzeptdesign auf Basis des neuen NXP-Chips.
Radarsensor-Konzeptdesign auf Basis des neuen NXP-Chips.

NXP hat auf der CES in Las Vegas den nach eigenen Angaben weltweit kleinsten 77-GHz-Single-Chip-Transceiver (7,5 x 7,5 mm) vorgestellt. Der Chip soll eine sehr hohe Auflösung erreichen bei um 40 Prozent reduzierter Leistungsaufnahme im Vergleich zu herkömmlichen Produkten.

Funktionsfähige Muster des RFCMOS-Chips werden derzeit von ausgewählten NXP-Kunden getestet und von Google bei den Feldtests für selbstfahrende Autos eingesetzt. Der NXP-Chip soll eine neue Generation von Radarsensor-Systemen ermöglichen, die kaum größer sind als eine Briefmarke und im Fahrzeug praktisch „unsichtbar” integriert werden können. Haupteinsatzgebiete sind die Automatisierte Notbremsung, automatische Abstandsregelung, Überwachung des Toten Winkels und Automatisiertes Parken sowie Cross-Traffic Alert, um auf herannahende, kreuzende Verkehrsteilnehmer hinzuweisen.

Selbstfahrende Autos benötigen zukünftig einen „Kokon“ von Radarsensoren, die eine hochauflösende 360°-Rundumansicht generieren – mit herkömmlicher, sperriger Radar-Hardware wäre das eine echte Herausforderung. Außerdem wollen viele Autohersteller ultraschallbasierte Einparkhilfen durch „unsichtbare” Radarsensoren ersetzen, da letztere die unschönen Bohrungen in der Stoßstange vermeiden, höhere Leistung bringen und mehr Features bieten als Ultraschall

Der Einsatz radarbasierter Fahrerassistenz-Systeme wird in den kommenden Jahren ganz erheblich ansteigen. Die Marktforscher von IHS Research gehen davon aus, dass die Zahl der Radarsensoren bis zum Jahr 2021 auf über 50 Millionen wachsen wird, was einer jährlichen Zuwachsrate von 23 Prozent entspricht. Neben Sensorgröße, Energieverbrauch und Kosten ist auch NCAP (New Car Assessment Programs) ein Wachstumstreiber für moderne ADAS-Systeme, da diese Sicherheitssysteme in die Bewertung der Sicherheit des Fahrzeugs eingehen.