Fahrerassistenzsysteme Fußgänger beim Rückwärtsfahren besser schützen

Neues Sicherheitssystem bei Rückfahrkameras.
Neues Sicherheitssystem bei Rückfahrkameras.

Unfälle beim Rückwärtsfahren werden von vielen Autofahrern unterschätzt. Dabei passieren sie häufiger, als man vielleicht denken mag. Eine Rückfahrkamera ist hilfreich, sieht aber unter Umständen auch nicht alles. Hier will ein neues Sicherheitssystem Abhilfe schaffen.

Laut Statistischem Bundesamt gab es alleine im Jahr 2015 auf deutschen Straßen 366.448 Unfälle. Immerhin 57.975 Unfälle waren dabei auf Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren oder Ein- und Anfahren zurückzuführen. Auch viele Kinder kommen auf deutschen Straßen zu Schaden, 2014 waren Destatis zufolge 28.674 Kinder von Unfällen betroffen. Diese Zahlen sind erschreckend – wenn man jedoch bedenkt, dass es beispielsweise 1978 mit 72.129 Kindern mehr als doppelt so viele waren, hat sich seitdem viel in puncto Sicherheit getan.

Besonders bei Rückfahrunfällen sind Kinder immer noch überproportional häufig betroffen: Vor allem Kleinkinder im Alter von etwa einem Jahr sind gefährdet, weil der Fahrer sie aufgrund ihrer Größe im toten Winkel oftmals nicht sehen kann. Die Gefahr besteht auch darin, dass Kinder das Risiko im Straßenverkehr meist noch nicht einschätzen können. So kommt es öfters zu tödlichen Unfällen, wenn der Fahrer ein Kind hinter dem Auto beim Einparken übersieht. Durch die zunehmende Beliebtheit von SUVs und Jeeps, die seit einigen Jahren auf den Straßen unterwegs sind, wird das Risiko sogar noch höher, da bei großen Fahrzeugen auch der tote Winkel größer ist.

Neben anderen Vorsichtsmaßnahmen können insbesondere integrierte Rückfahrkameras einen beachtlichen Teil der Unfälle verhindern. In Deutschland sind diese Kameras nicht gesetzlich vorgeschrieben – anders ist es in den USA: Dort wurden diese 2014 verpflichtend für alle Neuwagen eingeführt. Jährlich gibt es etwa 210 Unfallopfer in den USA, die durch Rückfahrunfälle verursacht werden. Die US-Behörde NHTSA geht davon aus, dass mit der Verpflichtung auf Rückfahrkameras bis zu 69 dieser Todesfälle verhindert werden können. Jedoch gibt es große Unterschiede bei den Modellen. Selbst wenn die Kamera zwar eine Person hinter dem Auto auf dem Monitor anzeigt, nimmt der Fahrer sie vielleicht trotzdem nicht wahr – sei es wegen schlechter Lichtverhältnisse oder auch einfach wegen Unaufmerksamkeit. Was wirklich helfen könnte, wäre ein zweites Paar Augen, die aktiv verarbeiten können, was sie sehen (Bild 1).

Harman hat genau dieses zusätzliche Paar Augen entwickelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Rückfahrkameras erkennt das Sicherheitssystem Reverse Pedestrian Detection Personen – und zwar auch kleine Kinder – hinter dem Auto zuverlässig und bei schwierigen Lichtverhältnissen. Selbst in einer schlecht beleuchteten Parkgarage vor einer dunklen Wand übersieht der Fahrer keine Personen.