Forum Funktionale Sicherheit 2014 Fehler sind menschlich

Auch 2014 war das Forum Funktionale Sicherheit eine erfolgreiche und informative Veranstaltung.
Auch 2014 war das Forum Funktionale Sicherheit eine erfolgreiche und informative Veranstaltung.

Vom 15. bis 17. Juli 2014 fand im Kempinski Hotel Airport München das Forum Funktionale Sicherheit der WEKA FACHMEDIEN Elektronik, Elektronik automotive, DESIGN&ELEKTRONIK, Computer&AUTOMATION und Markt&Technik statt.

Das Forum startete mit einer Keynote von Stefan Ditting „Safety und Security“ – die zwei Seiten einer Medaille. „Security ist die Grundlage für Safety und nichts, was jemals abgeschlossen werden kann. Dem Thema muss sich kontinuierlich gewidmet werden“, betont Stefan Ditting.

Einen kurzen Einblick auf die Sicht eines Juristen zum Thema Safety gab Prof. Dr. Thomas Klindt von der Kanzlei Noerr LLP. Normen sind keine Gesetze. Allerdings, erfüllen Unternehmen, die sich an eine gültige Norm halten, in der Regel an den Stand der Technik. Sie können zwar haftbar gemacht werden, haben aber zumindest eine Argumentationsgrundlage, wenn es zu einem Schadensfall kommt. Denn Unternehmen, die eine vorhandene Norm nicht einhalten, unterschreiten den Stand der Technik und akzeptieren damit die Tatsache, dass ein Schaden entstehen könnte.

Der Automotive-Track startete mit Dr. Ummo Fooken, Plato AG. Sein Thema: „Entwicklungsprojekt und Funktionale Sicherheit – normenkonform und in einem Konzept“. Diesem Vortrag folgte Dr. Simon Burton von der Bosch-Tochter ETAS. Er ging auf die Rolle ein, die funktionale Sicherheit bei AUTOSAR spielt und zukünftig spielen wird. Die Sicherheit komplexer Systeme ist ein zunehmend wichtiger Aspekt. AUTOSAR bietet einige Lösungswege für die Zukunft, allerdings ist es wichtig zu wissen, was es kann und was nicht, damit ein System wirklich sicher ist. Im Anschluss erklärte Dr. Daniel Kästner von AbsInt, warum der Nachweis der Abwesenheit kritischer Software-Fehler eine wichtige Rolle spielt.

Nach der Mittagspause erläuterte Dr. Christian Sachs von der Adam Opel AG, warum die sicherheitstechnische Auslegung neuartiger Fahrzeugfunktionen, sich zur Herausforderung für den Systemintegrator entwickeln kann. Bei der Entwicklung moderner Fahrerassistenzsysteme arbeiten die Fahrzeughersteller eng mit strategischen Lieferanten zusammen, wobei diese wiederum ihrerseits Komponenten von Unter-lieferanten in ihre Subsysteme integrieren. Um die funktionale Sicherheit im Fahrzeug zu gewährleisten, ist daher eine enge Abstimmung zwischen den betroffenen Entwicklungsabteilungen notwendig. Reibungsverluste entstehen, wenn Prozesse nicht aufeinander abgestimmt sind oder Anforderungen der ISO 26262 unterschiedlich interpretiert werden, zum Beispiel die unterschiedliche Einstufung der ASILs in der Gefährdungs- und Risikoanalyse oder verschiedene ASIL-Dekompositionen im Steuergeräteverbund.

Immer mehr aktive Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen wandern ins Fahrzeug, um Unfälle proaktiv zu vermeiden oder abzumildern und die Sicherheit des Menschen im Straßenverkehr zu erhöhen. „Eine wichtige Rolle dabei spielt die funktionale Sicherheit, die je nach Systemauslegung gewährleisten muss, dass im Falle eines Fehlers innerhalb eines solchen Fahrerassistenzsystems von dem System selbst keine Gefährdung ausgeht“, erklärt Dr. Christopher Temple, von Infineon Technologies. Das bedeutet, dass im Fehlerfall – je nach Anforderung – das System entweder abschalten oder einen (Not-)Betrieb aufrechterhalten muss. Gerade wenn sich ein elektrisches oder elektronisches System (E/E-System) aktiv an der Fahrzeugführung beteiligt, ist ein Abschalten im Fehlerfall oftmals nicht möglich, was dann einen entsprechenden fehlertoleranten Systementwurf bedingt.

Weitere Vorträge:

  • Funktionale Sicherheit für zukünftige Applikationen mit Programmierbarer Logik erfüllen, Frank Förster, Altera
  • Sicherheitskritische Anwendungen in Multicore-Umgebungen, Dr. Alexander Mattausch, Elektrobit
  • ISO 26262 Software-Compliance realisieren, Mark Richardson, LDRA
  • Neue Methoden und Werkzeuge zur Sicherung der Software-Qualität in Steuergeräten nach ISO 26262, Heiko Rießland, PLS
  • Wiederverwendbarkeit im Rahmen von funktionaler Sicherheit, Helmut Martin, Kompetenzzentrum Virtuelles Fahrzeug
  • Automotive Spice und TÜV Süd Fit-for-Purpose – eine kombinierte Zertifizierung für Software-Tools, Dr. Julian Wolf, TÜV Süd

Einen ausführlicheren Rückblick auf das Forum Funktionale Sicherheit und insbesondere auf den Automotive-relevanten Track lesen Sie in der August-September-Ausgabe der Elektronik automotive.

Bilder: 19

Forum Funktionale Sicherheit 2014

Safety und Security gehen Hand in Hand