Forum Funktionale Sicherheit "Es gibt kein Null-Risiko"

Riesiger Andrang beim Forum Funktionale Sicherheit der WEKA Fachmedien.
Riesiger Andrang beim Forum Funktionale Sicherheit der WEKA FACHMEDIEN.

Am 09. und 10. Juli 2013 fanden im Kempinski Hotel Airport München das Forum Funktionale Sicherheit der WEKA FACHMEDIEN Elektronik, Elektronik automotive, DESIGN&ELEKTRONIK, Computer&AUTOMATION und Markt&Technik statt sowie die Konferenzen ARM und Embedded System. Die drei parallel durchgeführten Konferenzen besuchten insgesamt 660 Teilnehmer. Das Forum Funktionale Sicherheit beleuchtete die industrielle Fertigung und die Automobilindustrie. Die alles entscheidende Frage: Wie lässt sich das Thema in der Praxis umsetzen?

Das Forum wurde mit der Keynote „Funktionale Sicherheit für Ingenieure – die Schöne und das Biest“ durch Prof. Dr. Jürgen Mottok und Prof. Georg Scharfenberg von der Hochschule Regensburg eröffnet. Bevor es in die Spezial-Sessions und damit in die Tiefe des jeweiligen Anwendungsbereiches ging, folgten zwei weitere Vorträge, um die Grundlagen zu schaffen und auf die rechtlichen Aspekte einzugehen. Dr. Christian Cornelissen vom VDE stellte sich und den Anwesenden die Frage: „Wie können Sie sicher sein, dass ihr Produkt funktional sicher ist?“ Sein Fazit: Den Fall, dass kein Risiko auftritt, wenn ein Produkt in sicherheitskritischen Systemen zum Einsatz kommt, gibt es nicht. Es sind immer Risiken vorhanden, die entweder vertretbar sind oder nicht. Ist das Risiko, einer Person zu schaden oder einen Sachschaden zu verursachen, zu groß, müssen entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen werden. Recht bekommen, heißt Recht haben und dieses beweisen können: Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer den Vortrag von Fachanwalt für IT-Recht, Dr. Wolf Günther von der Kanzlei Dr. Erben rund um die rechtlichen Aspekte, Haftung und die Bedeutung technischer Normen. Er erläuterte, wann ein Unternehmen bei einem verursachten Schaden haftbar gemacht werden kann. Wichtig: Die absolute Einhaltung des jeweils aktuellen Stands der Technik.

Umsetzung im Automotive-Bereich

Nach Einführung der Grundlagen, ging es für die Zuhörer in die Spezial-Sessions Industrie, Methoden und Tools sowie Automotive. Die von Gerhard Stelzer, Chefredakteur der Elektronik automotive, moderierte Session Automotive startete mit dem Vortrag von Mark Richardson, LDRA: „Schlüsselaspekte der ISO 26262 aus dem Blickwinkel eingebetteter Software“. Es folgten die Themen „Funktionale Sicherheit und Robustness Validation – optimierte Absicherung der Hardware und Bestimmung des Restrisikos“, Thomas Haller, NewTec und „Zertifizierung nach ISO 26262“, Mark Kipping, Dekra Exam, bevor die Mittagspause Gelegenheit zu individuellen Gesprächen ergab.

Weitere Themen:

  • Herausforderungen des global verteilten System Saftey Engineerings, Dr. Manfred Schölzke, Adam Opel AG
  • Definition eines Standards für modellbasierte Sicherheitsanalyse durch das Projekt SAFE von Dr. Stefan Voget, Continental
  • ISO 26262 in der Entwicklung von Automotive ICs, Thomas Müller ams. Er diskutierte die Frage, ob das lediglich ein bürokratischer Aufwand ist oder den Tier1 tatsächlich bei der Entwicklung sicherer Systeme unterstützt.

Kontroverse Diskussionen gab es nach dem Vortrag von Prof. Dr. Lukusa Didier Kabulepa von der Hochschule Mannheim: Sein Vortrag „Untersuchung latenter Fehler in CAN- und FlexRay-Bussystemen“ stieß nicht komplett auf Zustimmung. Wie standardisierte Software-Architekturen für funktional sichere Steuergeräte aussehen und welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt, erklärte Alexander Much von Elektrobit. Dr. Helmut Brock von Vector Automatik schloss die Vortragsreihe und stellte mit Microsar SafeContext ein ASIL-D-zertifiziertes Autosar-Betriebssystem vor. Weitere Informationen können Sie in der August/September-Ausgabe der Elektronik automotive nachlesen.

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Funktionale Sicherheit 2013:

Forum der WEKA Fachmedien am 09./10.Juli 2013