Vernetztes Fahren Erste Sicherheitsanwendungen auf der A9 demonstriert

Ralf Lenninger (Continental), Tim Höttges (Telekom), Alexander Dobrindt, Kathrin Buvac (Nokia Networks) und Prof. Dr.-Ing. Rudi Knorr stellen das Projekt »Digitales Testfeld Deutschland - Auf dem Weg zu 5G« vor (vlnr).
Ralf Lenninger (Continental), Tim Höttges (Telekom), Alexander Dobrindt, Kathrin Buvac (Nokia Networks) und Prof. Dr.-Ing. Rudi Knorr stellen das Projekt »Digitales Testfeld Deutschland - Auf dem Weg zu 5G« vor (vlnr).

Continental, Telekom, Fraunhofer ESK und Nokia Networks haben in Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Echtzeitkommunikation zwischen Fahrzeugen über das LTE-Mobilfunknetz demonstriert.

Continental, Deutsche Telekom, Fraunhofer ESK und Nokia Networks zeigen, wie Fahrzeuge auf der Autobahn Gefahreninformationen über das LTE-Mobilfunknetz der Telekom austauschen. »Wir erleben derzeit einen unglaublichen Wettbewerb, um die Zukunft des Autos«, erklärt Verkehrsminister Alexander Dobrindt. »Es wird sich zeigen, ob wir ein Wachstumsland bleiben oder uns aber zum Stagnationsland entwickeln.« Er ist sich aber sicher: »Mit dem Digitalen Testfeld Autobahn auf der A 9 haben wir ein technologieoffenes Angebot für Industrie und Forschung geschaffen. Hier können innovative Unternehmen automatisiertes und vernetztes Fahren im Realbetrieb testen. Damit bringen wir das Labor auf die Straße.«

Für das Projekt »Digitales Testfeld Deutschland - Auf dem Weg zu 5G« wurde das bestehende LTE-Netz der Deutschen Telekom im Testbereich durch Mobile-Edge-Computing-Technologie von Nokia Networks erweitert. Dabei werden die Mobilfunk-Basisstationen durch Einschubmodule, die Cloudlets, ergänzt. Diese sorgen dafür, dass die Kommunikation nicht durch das gesamte Netz geleitet werden muss, sondern lokal innerhalb der jeweiligen Funkzelle stattfinden kann. Auf diese Weise können die Signallaufzeiten auf etwa 20 ms erheblich verkürzt werden. »Damit wird der 'Blindflug' des Fahrzeug auf etwa einen Meter verkürzt«, so Ralf Lenninger. Ohne die neue Technik dauert die Übertragung in LTE-Netzen bestenfalls knapp einhundert ms, unter ungünstigen Bedingungen sogar mehrere hundert ms. Erst durch die schnelle Übertragung werden Verkehrssicherheitsanwendungen über Mobilfunknetze sinnvoll möglich.

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An Bord der Testfahrzeuge befindet sich jeweils eine On-Board-Unit, die mit den Fahrzeugsystemen verbunden ist und über ein Funkmodul mit dem LTE-Netz kommuniziert. Von Continental stammt die Anwendungs-Software sowie die grafische Oberfläche für die Anwendungsszenarien. Außerdem zeichnet Continental verantwortlich für die Integration der LTE-Technik mit den CAN-Signalen. Das Fraunhofer ESK hat die GeoService-Software entwickelt, die dafür sorgt, dass die Positionsdaten der Fahrzeuge erfasst und direkt in der jeweils nächsten LTE-Basisstation verarbeitet werden. Auf Basis der dort vorgenommenen Berechnungen können Ereigniswarnungen fast verzögerungsfrei an alle Fahrzeuge gesendet werden, die sich im relevanten Bereich befinden.

Bislang sind vier Testfahrzeuge auf der entsprechend ausgerüsteten Teststrecke so vernetzt unterwegs. Beim Projektstart wurden die Anwendungsfälle »Bremslicht« und »Überholassistent« demonstriert. Beispielhaftes Szenario: Das Testfahrzeug befindet sich zwischen zwei Lkws, die in jeglicher Hinsicht die Sicht behindern. Der Fahrer möchte überholen und setzt den Blinker, als sofort die Warnung im Display erscheint, dass die Spur gehalten werden soll – es nähert sich schnell ein Fahrzeug auf der Überholspur, was der Fahrer noch nicht wahrgenommen hatte. Im Fahrzeug auf der Überholspur erscheint zeitgleich die Warnung »Slow down«, also Abbremsen. Somit ist auch dieser Fahrer gewarnt, der unter Umständen, das Fahrzeug zwischen den Lkws nicht sehen konnte und ein möglicher Unfall wurde vermieden.

Bilder: 9

Digitales Testfeld Autobahn

Auf der A9 wurde vernetztes Fahren auf Basis von 5G demonstriert.