Forschungsinitiative Ko-FAS Die Zukunft der automobilen Verkehrssicherheit

Mehr Verkehrssicherheit durch kooperative Ansätze.
Mehr Verkehrssicherheit durch kooperative Ansätze.

Nach vier Jahren Forschungsarbeit wurden nun die Ergebnisse des größten nationalen Förderprojektes im Bereich kooperativer Fahrzeugsicherheit bei einer Abschlusspräsentation in Aschaffenburg vorgestellt.

Um Verkehrsunfälle schon im Ansatz zu verhindern, gilt es, den Fahrer bei seiner Fahraufgabe zu unterstützen. Fahrerassistenzsysteme entlasten den Fahrer in unangenehmen Verkehrssituationen und steigern seine Souveränität, indem sie gezielt informieren oder warnen. „Durch die Verfolgung kooperativer Ansätze kann der Nutzen von Fahrerassistenzsystemen noch einmal deutlich erhöht werden, denn Kooperation und Rücksichtnahme spielen für die Sicherheit im Straßenverkehr eine entscheidende Rolle“, erklärt Dr. Ralph Rasshofer, für die BMW Group Mitglied im Steuerkreis der Ko-FAS Initiative.

Vor vier Jahren haben sich deshalb namhafte Fahrzeughersteller und -zulieferer, Universitäten und Hochschulen der angewandten Wissenschaften sowie Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland in der Forschungsinitiative „Kooperative Fahrzeugsicherheit (Ko-FAS)“zusammengeschlossen. Gemeinsames Ziel des Forschungsprojekts war die signifikante Steigerung der Verkehrssicherheit und damit einhergehend die Reduzierung von Verkehrsunfällen und Verkehrstoten durch eine zuverlässige Erfassung des Fahrumfeldes mittels kooperativer Sensorik und Perzeption, eine umfassende Situationseinschätzung zur präzisen Bewertung von Kollisionsrisiken und die anschließende Aktivierung von geeigneten präventiven Schutzmaßnahmen. Bei der Abschlusspräsentation in Aschaffenburg wurden nun die Ergebnisse vorgestellt.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Forschungsprojekt Ko-FAS bestand aus drei Verbundprojekten: Ko-TAG, Ko-PER und Ko-KOMP. Als Nachfolgeprojekt von „AMULETT“ war das Ziel von Ko-TAG die Weiterentwicklung kooperativer Transpondertechnologien nicht nur zum Schutz von Fußgängern, sondern auch zum Schutz von Fahrradfahrern sowie zur hochpräzisen Eigenlokalisierung. Dazu werden Fußgänger oder Radfahrer mit miniaturisierten Sende- bzw. Empfangseinheiten ausgestattet. Diese Transponder antworten auf eine Abfrage der Ortungseinheit im Versuchsfahrzeug mit spezifischen Informationen, z. B. geben sie Auskunft über die Art des Verkehrsteilnehmers sowie über dessen Relativposition. Der Transponder identifiziert sich dabei über einen Code, der häufig und zufällig gewechselt wird, um eine Zuordnung des Senders zum Träger unmöglich zu machen und somit die datenschutzrechtlichen Bestimmungen einzuhalten.

Das in Ko-TAG entwickelte Transpondersystem orientiert sich stark an dem WLAN-Standard IEEE 802.11p und weist– im Gegensatz zum Vorgängerprojekt AMULETT – große Synergien mit der Car-to-x-Kommunikation auf. Bei einer weiteren Miniaturisierung auf Chipgröße könnte der Transponder zukünftig beispielsweise in eine Schultasche oder in einen Gehstock integriert werden. Das Besondere an dieser Technologie ist, dass auch die Personen erkannt werden, die für den Autofahrer im Moment der Gefahrensituation nicht zu sehen sind. Wirksamkeitsanalysen belegen, dass das untersuchte Transpondersystem hohes Potenzial zur Unfallfolgenminderung, aber auch zur Unfallvermeidung hat, da der Autofahrer deutlich früher und gezielter vor einer Gefahrensituation gewarnt werden kann.