Bremssystem MK C1 von Continental Der nächste Schritt zum hochautomatisierten Fahren

Continental kombiniert die MK C1 für hochautomatisiertes Fahren mit der MK 100-basierten Hydraulic Brake Extension und erzielt so eine redundante Rückfallebene.
Continental kombiniert die MK C1 für hochautomatisiertes Fahren mit der MK 100-basierten Hydraulic Brake Extension und erzielt so eine redundante Rückfallebene.

Bremsen werden, zusammen mit der Lenkung, das wichtigste Element der aktiven Sicherheit bleiben – auch beim hochautomatisierten Fahren. Das EBS muss, wenn das primäre elektronische Bremssystem ausfällt, die Bremsfunktion sicherstellen. Hierfür hat Continental sein Bremssystem MK C1 weiterentwickelt.

Die MK C1 ist ein seit 2016 in Serie zum Einsatz kommendes By-Wire-System, das sich ideal für automatisiertes Fahren eignet, weil es einen schnellen, präzisen und autonomen Druckaufbau ermöglicht. Um die Anforderungen an ein redundantes Bremssystem zu erfüllen, hat Continental die MK C1 mit einem Derivat der MK 100 ESC kombiniert. Im normalen Betrieb bietet das System alle Brems-, Stabilitäts- und Komfortfunktionen. Der hydraulische Druck wird einfach durch die MK 100 Hydraulic Brake Extension (HBE) hindurchgeleitet. Um eine ständige, hundertprozentige Verfügbarkeit sicherzustellen, führt die MK 100 HBE häufige Selbsttests durch.

Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass das primäre elektronische Bremssystem (EBS) ausfällt, springt das sekundäre EBS ein und liefert die benötigte Bremsfunktion. Je nach Art des potenziellen Ausfalls im primären EBS können zwei Funktionen ausgelöst werden: Sollte das primäre EBS komplett ausfallen, bremst die MK 100 HBE-Einheit das Fahrzeug an den Vorderrädern ab und stellt eine ABS-Funktion sicher.

Darüber hinaus hat das System einen weiteren Vorteil. Derzeit arbeitet der Automobilzulieferer an der Entwicklung eines kooperativen Bremsmodus. Dieser kommt zum Einsatz, wenn die elektromechanische Bremsbetätigungs- und Pumpfunktion des primären Bremssystems ausfallen sollte, die Regelventile der Einheit jedoch weiterhin funktionstüchtig sind. In diesem Fall schaltet die MK 100 HBE-Einheit in den kooperativen Bremsmodus. Ein Teil ihres hydraulischen Drucks wird in die noch funktionsfähigen MK C1-Ventile eingespeist, um auch die Hinterradbremsen zu aktivieren. Diese Aufteilung der Funktionen gewährleistet eine vollautomatisierte Bremsfunktion mit schlupfgeregelter Abbremsung an beiden Achsen, auch im Falle eines Teilausfalls in einem System.