Forschungsprojekt Proreta 3 Continental erforscht ganzheitliches Fahrerassistenz- und Manöverautomationskonzept

Durchfahrt einer Baustelle und Darstellung des Fahrkorridors im Kombi-Instrument mit rot markierter Gefahrenstelle.
Projekt Proreta 3: Durchfahrt einer Baustelle und Darstellung des Fahrkorridors im Kombi-Instrument mit rot markierter Gefahrenstelle.

Continental und die Technische Universität Darmstadt haben im Rahmen des dreieinhalbjährigen Forschungsprojekts Proreta 3 ein ganzheitliches Fahrerassistenz- und Manöverautomationskonzept erforscht.

Im Fahrzeug funktionieren Assistenzsysteme wie Spurhalteassistenten Kollisionswarner oder Notbremsassistent in der Regel als unabhängige Einzelsysteme. Das Forschungsprojekt Proreta 3 hatte zum Ziel, Fahrerassistenzsysteme so miteinander zu vernetzen, dass sich funktionierende Synergien erzielen ließen. Damit lässt sich die vorhandene Sensorinfrastruktur im Fahrzeug optimal nutzen und der Fahrer wird von einem durchgängigen System für Fahrsicherheit und Assistenz unterstützt, wie das Projekt bewies. Immer mit dem obersten Ziel, Unfälle zu vermeiden.

Darüber hinaus haben Continental und die TU Darmstadt ein  Informations- und Warnkonzept erforscht, das den Fahrer bei der Bewältigung seiner Fahraufgabe entlastet. Während des Fahrens wird das Fahrzeug permanent in einem Sicherheitskorridor gehalten. Das geschieht, solange wie möglich, frei von intervenierenden Eingriffen. Nur in kritischen Situationen wird gewarnt oder, falls nötig, mit Korrekturmanövern eingegriffen, zum Beispiel in zu schnell gefahrenen Kurven, bei plötzlich auftauchenden Hindernissen, in Kreuzungs- und Baustellensituationen sowie bei Abbiegemanövern, drohender Geisterfahrt oder Nichtbeachten der Rotphase einer Ampel.

Für diesen Sicherheitskorridor ermittelt erforschte Konzept die für das Fahrzeug befahrbaren Freiräume. Hierbei werden die vorhergesagten Aufenthaltsbereiche anderer Fahrzeuge, Fahrbahnbegrenzungen und Hindernisse sowie Fahrstreifenmarkierungen mit einbezogen. Daraus wird mit Hilfe eines Algorithmus die Trajektorie berechnet. Die darauf aufsetzende Regelung sowie die Informationen, die dem Fahrer in der HMI angezeigt werden, stellen ein für den Fahrer konsistentes Fahrerassistenzsystem dar, das ihn bei der Bewältigung seiner Fahraufgabe situationsabhängig unterstützt und vor potenziellen Gefahren schützt.

Zusätzlich zur permanenten Sicherheitsfunktion verfügt Proreta 3 über den Modus "kooperative Automation", also manöverbasiertes, teilautomatisiertes Fahren. Das Forschungsfahrzeug hat auf Wunsch des Fahrers die Längs- und Querführung für das ganze Manöver übernommen. Dazu gehören sowohl Fahrstreifenwechsel als auch Abbiegemanöver an Kreuzungen. Um beispielsweise das Abbiegen zu delegieren, genügt es, wenn der Fahrer rechtzeitig vor einer erkannten Kreuzung den Blinker setzt – das Manöver wird dann automatisiert ausgeführt.