Forschungsprojekt Ko-HAF BMW startet nächsten Schritt zum automatisierten Fahren

Forschungsflotte von BMW beim hochautomatisierten Autobahnwechsel an Autobahnkreuzen
Forschungsflotte von BMW beim hochautomatisierten Autobahnwechsel an Autobahnkreuzen

Neben Audi und Continental engagiert sich auch BMW im Forschungsprojekt Ko-HAF und startet damit den nächsten Schritt, um hochautomatisiertes Fahren zur Serienreife zu bringen.

»Bei der Forschungsinitiative Ko-HAF werden Standards entwickelt und getestet, die der Absicherung hochautomatisierter Fahrfunktionen dienen. Ein Schlüssel dazu ist die Verfügbarkeit von aktuellen Informationen und deren Darstellung in einer präzisen Karte zur Freigabe von Streckenabschnitten oder einzelner Fahrspuren«, so Dr. Ralph Raßhofer, der für BMW Mitglied im Steuerkreis der Ko-HAF Initiative ist. Im Projekt Ko-HAF wird die benötigte Vorausschau von mehr als 300 m über kooperative Maßnahmen, also durch Rückmeldungen von anderen hochautomatisierten (HAF) Fahrzeugen  erreicht. Die Fahrdaten der HAF-Fahrzeuge werden in einem Sicherheitsserver vorgehalten und über den schnellen LTE-Mobilfunk bei Bedarf an andere HAF-Fahrzeuge übertragen.

Da der Mensch beim hochautomatisierten Fahren nicht vollständig herausgenommen werden soll, wird bei dem Forschungsvorhaben auch die sichere Rückübernahme durch den Fahrer einbezogen. BMW möchte Rückübernahmen allerdings auf ein Minimum reduzieren und hat daher Sondersituationen wie Gefahrenbereiche, Baustellen, und Autobahnkreuze besonders in den Fokus der Forschung gestellt. Getestet werden die Forschungsergebnisse zunächst in der Simulation und auf Testgeländen, später auch im öffentlichen Straßenverkehr.

Seit Mitte 2011 fahren Versuchsfahrzeuge des Münchner Automobilherstellers ohne Fahrereingriff auf der Autobahn A9 von München in Richtung Nürnberg. Diese Forschungsprototypen werden seitdem konsequent weiterentwickelt. Die Versuchsfahrzeuge bremsen, geben Gas und überholen ganz von alleine. Dies geschieht, angepasst an die momentane Verkehrssituation, in einem Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 130 km/h und unter Einhaltung aller Verkehrsregeln. Mittlerweile haben die Spezialisten der BMW Group rund 25.000 Testkilometer zurückgelegt. Das Fahrzeug verfügt über Sensortechnik wie Lidar, Radar, Ultraschall und Kameraerfassung auf allen Fahrzeugseiten.