Elektrofahrzeuge stehen im Mittelpunkt

Auf der Internationalen Automobilausstellung 2009 (IAA) stehen neben der Optimierung der klassischen Antriebsarten vor allem die Fortschritte bei der Elektrifizierung des Automobils – vom Mild-Hybrid bis zum reinen Elektroantrieb – im Mittelpunkt.

Aufgrund der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für die diesjährige IAA andere Maßstäbe anzulegen. »Die IAA ist die internationale Leitmesse für Automobilität. Hier werden die Antworten auf die Anforderungen von heute und die Herausforderungen von morgen gegeben. Daher sind in diesem Jahr auch besonders diejenigen Unternehmen stark vertreten, die sich diesem Wettbewerb der Innovationen stellen«, betont Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). »Wir sind davon überzeugt: Die IAA 2009 findet zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz statt. Wir gehen davon aus, dass im September erkennbar sein wird, wann die Talsohle der Krise erreicht oder gar durchschritten sein wird. Und mit ihren neuen Produkten zeigt die deutsche Automobilindustrie den Weg aus der Krise auf.«

Die weitere Optimierung der klassischen Antriebsarten – Clean Diesel und hoch aufladende Ottomotoren mit Direkteinspritzung – ist auf der IAA ebenso zu sehen wie die Fortschritte bei der Elektrifizierung des Automobils, vom Mild-Hybrid bis zum Pkw mit reinem Elektroantrieb. Neben der Reduzierung des Verbrauchs und damit der CO2-Emissionen stehen neuartige Assistenzsysteme im Vordergrund, die das Autofahren noch sicherer und komfortabler machen. »Wir haben in den vergangenen zwei Jahren diese Strategie konsequent umgesetzt und die CO2-Emissionen unserer Neufahrzeuge deutlich gesenkt. So gingen 2007 die CO2-Emissionen insgesamt um 2 Prozent, in 2008 um 3 Prozent zurück. Und dieser Trend setzt sich im laufenden Jahr fort«, erklärt Wissmann. »Vieles von dem, was vor zwei Jahren noch Zukunftsmusik war, ist heute schon konkret in der Produktionsplanung oder fährt bereits in diesem Monat auf unseren Straßen – wie etwa der erste serienmäßige Oberklasse-Hybrid mit Lithium-Ionen-Batterie.« Auch wenn der optimierte Verbrennungsmotor noch auf lange Sicht den weltweiten Markt bestimme, so sei doch auf dieser IAA die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität klar erkennbar.

Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen gehe mit »großen Schritten« voran. »Alle deutschen Hersteller arbeiten intensiv an dem Thema«, so Wissmann weiter. Noch in diesem Jahr liefert Daimler die ersten von 100 Elektro-Smarts für das Projekt »e-mobility Berlin« aus, zudem wurden kürzlich Anteile am Elektro-Sportwagenbauer Tesla erworben. BMW hat bereits in Los Angeles und New York rund 500 »Mini-E« auf den Straßen im Testlauf. In der Region London/Oxford in England steht ein E-Mobility-Projekt ebenfalls noch für dieses Jahr in Aussicht; in Berlin wird es in den nächsten Wochen zur Übergabe weiterer 50 Elektro-Minis kommen. Auch Volkswagen zeigt auf der IAA Konzepte zum Thema Zero Emission und Niedrigstverbräuche bei Verbrennungsmotoren. Opel präsentiert den Ampera, Ford kommt mit dem Tourneo Connect BEV. Die Liste der Pkw-Hersteller, die als Aussteller im Bereich »Elektro« auf der IAA präsent sind, umfasst nach dem aktuellen Stand mehr als 20 Firmen. Auch etliche Zulieferunternehmen stellen ihre Innovationen zur Elektromobilität vor, darunter Bosch, Clean Mobile, Continental Automotive, EBM-Papst, Li-Tec und ZF.

»Gemessen an der Ausstellerzahl und der belegten Fläche ist die IAA auch weiterhin die weltweit wichtigste Mobilitätsmesse. Keine andere Messe präsentiert die gesamte Wertschöpfungskette – Hersteller und Zulieferer – so umfassend wie die IAA«, unterstreicht Wissmann. Die 63. Internationale Automobil-Ausstellung Pkw wird vom VDA veranstaltet und findet vom 17. bis 27. September 2009 in Frankfurt am Main statt.

Trotz des schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeldes zeigte sich der VDA-Präsident davon überzeugt, dass »diese IAA wieder ein Erfolg« wird: »Denn diese IAA, wird ein beeindruckendes Innovationsfeuerwerk bieten und eine Messe derer sein, die die Zukunft gestalten und gestärkt aus der Krise hervorgehen werden. Nur hier finden die Besucher Antworten auf die Herausforderungen der Krise.« Insgesamt 700 Aussteller – darunter über 60 Automobilhersteller aus aller Welt – präsentieren auf einer Fläche von 170.000 Quadratmeter ihre Weltneuheiten.