Elektrische Automatisierungsbranche boomt und boomt und boomt

Die elektrische Automatisierungsbranche erzielt seit geraumer Zeit Umsatzzuwächse, wie sie selbst in der Halbleiterei rar geworden sind. Auch in diesem Jahr zeichnet sich laut ZVEI ein deutliches zweistelliges Wachstum ab.

In den ersten drei Quartalen ist der Umsatz in Deutschland bereits um 1,9 Prozent auf 31,8 Milliraden Euro gestiegen und ein Abbruch ist nicht in Sicht. „Für die letzten Monate dieses Jahres und für 2008 erwarten wir eine Fortsetzung der guten Entwicklung“, erklärt Dr. Gunter Kegel, Vorsitzender des Vorstands des ZVEI-Fachverbands Automation auf der SPS/IPC/DRIVES in Nürnberg. Alle Zahlen würden eindeutig belegen, dass der Wachstumstrend ungebrochen ist. „Der Export in den ersten neuen Monaten ist um 9,1 Prozent gewachsen“, so Kegel. Bemerkenswert sei zudem die positive Entwicklung auf dem Inlandsmarkt: „In den ersten drei Quartalen legte hier die Nachfrage um 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.“ Ein weiteres Indiz für eine robuste Konjunktur ist der Auftragseingang der Unternehmen aus dem Bereich elektrische Automatisierungstechnik, er ist laut Dr. Kegel in den ersten drei Quartalen um 15,6 Prozent gestiegen.

Nach wie vor der größte Einzelmarkt der Welt sind mit über 20 Prozent Marktanteil ist die USA. Dorthin gehen neun Prozent der deutschen Exporte. Wobei die deutschen Unternehmen in diesem Jahr einen kleinen Wermuts-Tropfen hinnehmen müssen, denn die Exporte in die USA waren in den ersten drei Quartalen um gut zwei Prozent rückläufig. Alle anderen Exportregionen weisen allerdings ein unvermindert starkes Wachstum auf. Europa außerhalb der EU ist mit einem Plus von über 17 Prozent Spitzenreiter, gefolgt von Südostasien mit 8,1 Prozent Zuwachs. Dort zählen China und Indien weiterhin zu den Emerging Markets. Bemerkenswert sei laut Kegel der Weltmarktanteil von Südkorea, der mittlerweile auf fünf Prozent gewachsen sei. „Die EU-Staaten ist mit über 50 Prozent der Exporte unser Heimatmarkt, auch hier ist das Wachstum mit 8,8 Prozent sehr erfreulich“, stellt Kegel fest. Deutschland bleibt mit einer Exportquote von 78 ein starker Netto-Exporteur elektrischer Automatisierungstechnik.

Infolge der guten Branchenkonjunktur ist die Zahl der Beschäftigten im Jahr 2007 bisher um 4,7 Prozent auf nunmehr gut 221.000 gewachsen. Die elektrische Automatisierungsindustrie hat damit in den ersten neun Monaten rund 10.000 Arbeitsplätze geschaffen. „Die Branche erweist sich als echte Jobmaschine“, so Kegel. Allerdings mache sich der Fachkräftemangel immer deutlicher bemerkbar. Nach einer aktuellen BDI-Studie fehlen 48.000 Ingenieure. Das ist laut Kegel mehr als ein Absolventenjahrgang. „Der volkswirtschaftliche Schaden dürfte sich auf 3,5 Milliarden Euro belaufen“, glaubt Kegel. Insgesamt ist er überzeugt, dass ein um ein bis drei Prozent höheres Wachstum möglich wäre, wenn nur genügend Fachkräfte zur Verfügung stünden.