Ein Europäer leitet den globalen Vertrieb

Die in Taipeh (Taiwan) ansässige Everlight Electronics bietet eine nahezu vollständige Optohalbleiter-Produktpalette: Von Hochleistungs-LEDs bis hin zu Optokopplern sind sämtliche LED-Varianten im Produktportfolio vertreten.

Seit Anfang des Jahres ist das Unternehmen, das weltweit operiert und 4500 Mitarbeiter beschäftigt, in zwei Geschäftsbereiche aufgeteilt, die Production Business Group und die Sales and Marketing Business Group. Mit der Umstrukturierung leitet Bernd Kammerer die Sales and Marketing Business Group als General Manager. Kammerer leitete seit 1999 Everlight Electronics Europe, das den mitteleuropäischen Markt von Karlsruhe aus bearbeitet. Elektronik-Redakteur Dr. Jens Würtenberg sprach mit dem neuen General Manager über die globale Strategie des Optoelektronik-Unternehmens.

Herr Kammerer, Everlight hat Vertrieb und Marketing in die Hände eines Europäers gelegt. Ist das ein Zeichen dafür, dass in der westlichen Hemisphäre künftig die größten Umsätze erwartet werden?

Bernd Kammerer: Für uns waren Europa und Nordamerika schon immer ein wichtiger Fokus. Nach wie vor werden in diesen Märkten die technischen Weichen gestellt und dort müssen wir aktiv sein, um einerseits mit unserer Produktpalette auf dem Laufenden zu sein und andererseits, um unsere Kunden schon bei der Produktplanung und Entwicklung unterstützen zu können.

Gibt es Besonderheiten im deutschen und europäischen Markt, etwa dass deutsche Innenarchitekten eher bereit sind, neue Beleuchtungseinrichtungen auszuprobieren?

Der europäische Markt in der Beleuchtungsindustrie ist ein sehr designorientierter Markt. Gerade deshalb finden LEDs in der Beleuchtungstechnik sehr viel Zuspruch, da durch die LED als Leuchtmittel den Produktdesignern ganz neue Freiheiten gegeben werden. Es lassen sich gerade in der Architekturbeleuchtung ganz neue Wege beschreiten.

Straßenlampen in China, ausgerüstet mit LED von Everlight, diese Nachricht ging durch die Presse. Werden Sie auch in Europa den Markt der Straßenlaternen aggressiv angehen und welchen Marktanteil erwarten Sie hier?

In Europa sind wir bei den LED-Straßenleuchten bereits ganz vorne mit dabei. Wir haben unser Modell »Dolphin« auf die Anforderungen des europäischen Marktes ausgerichtet und bereits bei der Entwicklung die strengen europäischen Normen für Straßenbeleuchtung berücksichtigt und zeitgleich das enorme Potenzial zur Energieeinsparung durch den Einsatz von LEDs genutzt. Es wäre verfrüht, zum jetzigen Zeitpunkt schon über einen Marktanteil nachzudenken; im Moment haben wir die Zielsetzung, diese Technologie weiterzuentwickeln und unsere Kunden von der Leistungsfähigkeit der LED zu überzeugen.

Mit der »SL-Dolphin Street Light« bieten Sie ja eine einsatzfähige Straßenbeleuchtung an. Geht für die Hersteller von Hochleistungs-LED der Trend zur kompletten Anwendung? Und wie stellt sich das Unternehmen darauf ein, etwa durch Aufbau von Applikations-Know-how?

Das ist eine interessante Frage. Der Einsatz der LED in der Straßenbeleuchtung ist ein komplett neuer Markt. Und um das Potenzial der LED zur Energieeinsparung ausnutzen zu können, müssen wir neue Wege beschreiten. Nehmen wir zum Beispiel das Thema Dimmung. Hier bietet die bestehende Infrastruktur nur sehr begrenzte Möglichkeiten, da die heute im Einsatz befindlichen Gasentladungslampen nur bedingt dimmbar sind.

Aber gerade die Dimmbarkeit der LED bietet ein riesiges Potenzial zur Energieeinsparung, welches wir nutzen wollen. Durch die Entwicklung und Produktion einer Komplettlösung versuchen wir, wichtige Erfahrungen zu sammeln, die unseren Kunden helfen wird, mit unseren Produkten erfolgreich zu sein. Heute haben wir bereits zahlreiche Feldversuche in Städten und Gemeinden in Europa initiiert, die uns wichtige Daten zur Weiterentwicklung unserer Produkte einbringen. So werden wir zum Beispiel bis Mitte dieses Jahres eine Lösung anbieten können, die verschiedene Varianten der Dimmung berücksichtigt.