Edle Konkurrenz zur Folientastatur #####

Die jüngste Schaltertechnologie kommt von einem Leiterplattenhersteller: Mit neuartigem Hinterglas-Druckverfahren und Photolithographie realisiert die Firma Fela kundenspezifische Eingabesysteme aus Glas, die vor allem in Geräten der Oberklasse eine Alternative zur Folientastatur sind.

Die jüngste Schaltertechnologie kommt von einem Leiterplattenhersteller: Mit neuartigem Hinterglas-Druckverfahren und Photolithographie realisiert die Firma Fela kundenspezifische Eingabesysteme aus Glas, die vor allem in Geräten der Oberklasse eine Alternative zur Folientastatur sind.

Mit Leiterplatten wird es für die Unternehmen immer schwieriger, Wachstum zu generieren. Sie müssen mit Billiganbietern aus China konkurrieren und sich oftmals dem Preisdruck ergeben. Während einige europäische PCB-Hersteller ihr Glück in Fernost suchen, setzt Fela auf Technologie. Das Unternehmen hat jüngst ein Verfahren entwickelt, patentiert und markenrechtlich geschützt, mit dem sich kapazitive Sensortechnologie und speziell entwickelte Glasoberflächen zu einem Schaltermodul verbinden lassen. Was aber hat die Schaltertechnologie mit der Leiterplatte gemein?

Das Herstellungsverfahren ist artverwandt mit der Leiterplattenproduktion: Die Schaltung selbst wird durch Photolithographie direkt auf der Glasscheibe erstellt. Laut Angaben von Fela sind dabei Strukturen von bis zu 150 μm realisierbar. Außerdem verfügt das Unternehmen über die Flexibilität, kundenspezifische Designs schnell umzusetzen. Das Ergebnis: Fela konnte ein zweites Standbein etablieren, das das bisherige Geschäftsmodell ergänzt und da zu beiträgt, dass sich das Unternehmen von dem hart umkämpften PCB-Geschäft etwas abkoppeln kann. »Die Weichen haben wir bereits vor fünf Jahren gestellt «, berichtet Markus Karbach, Leiter des Geschäftsbereichs »Felam Glasline«. »Mit unserem Leiterplattengeschäft können wir künftig zwar stagnieren, aber kein dynamisches Wachstum erzielen «, ergänzt er. Daher habe man nach anderen Möglichkeiten gesucht, die nicht weit weg von der Kernkompetenz liegen. Und diese habe man in der kapazitiven Eingabetechnologie auf Glasbasis gefunden. »Heute ist unsere Technik ausgereift. Wir können auf zahlreiche Kundenprojekte verweisen. « Karbach ist daher optimistisch und erwartet, dass sich die Glastechnologie weiter und jetzt auch schneller als in der Vergangenheit durchsetzen wird.

Ein Argument für die Technologie von Fela sind die neuen Designmöglichkeiten. Das Eingabesystem lässt sich individuell bedrucken. Weil die Schaltelemente direkt auf transparentem Glas realisiert sind, lassen sich beispielsweise Lichteffekte und Beleuchtungen realisieren. Den Freiheiten beim Design seien kaum Grenzen gesetzt.

Daher zielt Fela mit der neuen Schaltertechnologie vorwiegend auf Produkte der Oberklasse ab, die sich von der Massenware abheben sollen. »Ein attraktives Eingabesystem stellt heute ein Alleinstellungsmerkmal in vielen Anwendungsbereichen dar«, weiß Karbach. Die Einsatzmöglichkeiten der bereits mit Design-Preisen gekrönten Technologie seien daher breit gestreut. So lässt sich »Felam Glasline« in eine Kaffeemaschine der Oberklasse ebenso integrieren wie in ein hochwertiges medizinisches Gerät. Weitere Anwendungen sind Warenautomaten und Selbst-Bedienungsterminals.

Aber auch in technischer Hinsicht steht die Technologie den konkurrierenden Lösungen am Markt in nichts nach. Weil die Strukturen direkt auf der Glasplatte aufgebracht sind, haben Veränderungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit keinen Einfluss auf das Schaltverhalten. Und nicht ganz unwesentlich ist: Glas hat den Vorteil einer homogenen, glatten Oberfläche und ist leicht zu reinigen. Zudem hat es eine hohe chemische Resistenz und ist beständig gegen die meisten Laugen und Säuren.