Geräteentwürfe auf Umweltfreundlichkeit untersuchen EcoDesign oder nicht sein

Die Gesetze der Europäischen Union fordern umweltfreundliche Elektro- und Elektronikgeräte, deren Herstellung, Betrieb und Recycling die Umwelt möglichst wenig belasten. Entwickler müssen möglichst früh – noch in der Konzeptionsphase – Realisierungsalternativen auf ihre...

Geräteentwürfe auf Umweltfreundlichkeit untersuchen

Die Gesetze der Europäischen Union fordern umweltfreundliche Elektro- und Elektronikgeräte, deren Herstellung, Betrieb und Recycling die Umwelt möglichst wenig belasten. Entwickler müssen möglichst früh – noch in der Konzeptionsphase – Realisierungsalternativen auf ihre Umwelteinflüsse hin beurteilen und vergleichen können. Computergestützte Screening-Tools können hierzu Kenngrößen liefern, die dem Entwickler helfen, schnell die beste Konstruktion auszuwählen.

Die Elektronikbranche, insbesondere die Informations- und Kommunikationstechnik sowie die Automobilelektronik, hat spätestens seit den frühen 90er Jahren maßgeblichen Anteil an der globalen wirtschaftlichen Entwicklung. Das Innovationspotential ist enorm, und die Zuwachsraten im globalen Maßstab sind nach wie vor beachtlich. Damit gerät dieser Industriezweig auch zunehmend in das Spannungsfeld von Umweltschutzanforderungen [1]. Als Beispiele der letzten Jahre seien genannt:

  • In den USA wird das Internet in einer – wenn auch umstrittenen – Studie als einer der Hauptenergieverbraucher im zweistelligen Prozentbereich in naher Zukunft gesehen [2].
  • Enorme Mengen an PC-Schrott werden illegal zur Entsorgung nach China exportiert; die dortigen Beseitigungsverfahren führen zu erheblichen Umweltbeeinträchtigungen [3].
  • Die Europäische Union verabschiedete Anfang 2003 die Richtlinie 2002/95/EG zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS) [4], die die Verwendung bestimmter toxischer Schwermetalle sowie einzelner bromierter Flammhemmer in Elektronikprodukten verbietet.
  • Ebenfalls 2003 wurde die Richtlinie 2002/96/EG über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE) [5] verabschiedet, die die Entsorgungsverantwortung der Hersteller für Geräte sowie Verwertungsquoten reguliert.
  • Strategien zur Wiederverwendung elektronischer Baugruppen und Komponenten können einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft liefern: Derzeit werden Methoden zur Abschätzung der Lebensdauer elektronischer Baugruppen entwickelt. Nutzungsabhängige Wartung sowie eine Vorhersage der Restlebensdauer für Garantien gebrauchter Produkte werden somit ermöglicht. Mit Hilfe automatischer Demontagelinien wird der Prozess für die qualitätsgesicherte Entnahme von Bauelementen optimiert [6]: Einerseits können verstärkt wertvolle Komponenten, andererseits Leiterplatten aus Produktionsausschuss wiederverwendet werden.