Elektromechanik Update für CompactPCI-Serial-Spezifikationen

CompactPCI-Serial-Produkte
CompactPCI-Serial-Produkte

Die Anfang März 2011 von der PICMG ratifizierte CompactPCI-Serial-Spezifikation basiert auf einer rein seriellen Architektur und erlaubt die gleichzeitige Nutzung von PCIe bis Gen 3, S-ATA 3, USB 2.0 und 3.0, Ethernet bis 10GBASE-T auf jedem Slot. Die Spezifikation wurde nun von der PICMG nochmals überarbeitet und wird demnächst als Rev 2.0 freigegeben. Schon jetzt passt Pentair die bisher verfügbaren CompactPCI-Serial-Produkte an diese Änderungen an.

Beim Thema CompactPCI Serial war Pentair von Anfang an aktiv an der Umsetzung der Spezifikation beteiligt. Sehr früh wurden entsprechende Produkte wie Backplanes und ganze Systeme entwickelt und vermarktet. 2013 hat die PICMG die Spezifikation wieder geöffnet und weitere Anforderungen für diese Bus-Technologie festgelegt, die auch bereits bestehende Produkte und Komponenten betrifft.

Rechter System-Slot war nicht vorgesehen

So wurde in der ursprünglich ratifizierten Spezifikation nur ein System-Slot links definiert – ein System-Slot rechts wurde nicht vorgesehen. Diese Festlegung ergab sich aus der Tatsache, dass Hybridsysteme sowohl eine CompactPCI- als auch eine CompactPCI-Serial-Backplane enthalten. Und da der CompactPCI-Backplane-Steckverbinder aus der Steckplatzzone nach links herausragt, könnten CompactPCI- und CompactPCI-Serial-Backplanes dann eben nicht direkt nebeneinander im System eingebaut werden. Die Praxis hat allerdings gezeigt, dass die Anwender weiterhin sowohl einen System-Slot links als auch rechts fordern – so wie es auch beim Vorgänger, der CompactPCI-Spezifikation, definiert war. Bei einigen ist es schlicht eine Frage der Philosophie, ob der System-Slot links oder rechts (Bild 1) genutzt wird.

Aber es gibt auch handfeste Argumente für einen System-Slot rechts. So bietet der System-Slot rechts eindeutige Vorteile beim Einsatz einer doppelt breiten (8 TE) CPU. Diese würde beim Systemaufbau mit System-Slot links auch den ersten Peripherie-Slot überdecken, der dann nicht genutzt werden kann. Ist der System-Slot rechts angeordnet, überdeckt eine 8 TE breite CPU keinen Slot, sondern nur leeren Raum.

Weitere Änderung betrifft den P6-Stecker

Eine weitere Änderung in der Spezifikation betrifft das Pinout des P6-Steckers. Anwender wollen typischerweise die üblichen I/O-Signale wie DVI, USB oder Ethernet nach hinten aus dem CompactPCI-Serial-System herausführen. Bisher war der P6-Stecker immer komplett mit Ethernet-Signalen belegt, um diese in der Backplane zu routen. Durch das jetzt neu definierte Pinout ohne Backplane-Verbindung der Ethernet-Signale werden die Signale auf ein RTM-Modul nach hinten heraus geführt. Beide Pinouts sind nun in der geänderten Spezifikation definiert.

Darüber hinaus ist noch eine weitere Änderung in der CompactPCI-Serial-Spezifikation geplant. Zur Zeit arbeitet die PICMG an der Definition eines Shelf Management light für CompactPCI Serial, das in einer entsprechenden Unterspezifikation definiert werden soll.

Alle Komponenten erfordern eine Anpassung

Entsprechend den Änderungen in der Spezifikation hat Pentair seine bereits bestehenden Systemkomponenten angepasst. Den Anwendern steht nun eine komplette Familie an CompactPCI-Serial-Backplanes mit 1 bis 9 Slots, System-Slot rechts und links und zwei Pinout-Varianten für P6-Stecker zur Verfügung. Bei Backplanes bis 5 Slots ist Ethernet Full Mesh implementiert, das auch den Single-Star-Betrieb unterstützt. Backplanes mit Slotzahlen größer 5 sind entweder als Ethernet Full Mesh oder Ethernet Single Star bzw. einer verkappten Dual-Star-Konfiguration mit einer Stern-Implementierung am letzten Peripherie-Slot ausgelegt. Alle Backplanes sind ab 1 Stück und zum Teil ab Lager lieferbar.