Quartalszahlen von Leoni Umsatzrekord, aber Gewinneinbruch

Leoni profitiert von der hohen Nachfrage nach Bordnetzen für die Automobilindustrie
Leoni profitiert von der hohen Nachfrage nach Bordnetzen für die Automobilindustrie

Leoni schwimmt im Fahrwasser der anhaltend guten Nachfrage der Fahrzeugindustrie, vor allem in den BRIC-Statten. Die Nürnberger hatten damit ein rettendes Gegengewicht zum konjunkturell bedingt schwachen Industriegeschäft in Europa und präsentierten erstmals einen Quartalsumsatz von über 1 Mrd. Euro. Der Gewinn brach allerdings um ein Drittel ein.

Der Leoni-Konzern konnte sein Geschäftsvolumen im zweiten Quartal 2013 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 4,5 Prozent auf 1.011,0 Mio. Euro steigern (Vorjahr: 967,6 Mio. Euro). Im gesamten ersten Halbjahr 2013 stieg das Geschäftsvolumen um knapp 2 Prozent auf 1.970,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1.936,7 Mio. Euro).

Leoni profitierte von der anhaltend guten Nachfrage der Fahrzeugindustrie, die das schwache Industriegeschäft zumindest teilweise kompensierte. Dabei wuchs der Umsatz vor allem in den Schwellenländern, aber auch in Deutschland konnte Leoni zulegen.

Im europäischen Ausland wurde hingegen ein Rückgang verbucht. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im zweiten Quartal 2013 mit 39,3 Mio. Euro um rund 23 Prozent unter dem Vergleichsniveau des Vorjahres von 51,4 Mio. Euro.

In den ersten sechs Monaten 2013 belief sich das EBIT auf 77,8 Mio. Euro nach 145,5 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2012, in dem positive Einmaleffekte in Höhe von 33,2 Mio. Euro verbucht worden waren.

Das Ergebnis im laufenden Jahr glänzt also nicht so wie der Umsatz: Leoni macht dafür „umfangreiche Vorleistungen für neue Bordnetz-Aufträge, Produktmixverschiebungen bei Automobilkabeln sowie geringere Umsätze in den Industriebereichen“ verantwortlich. Hinzu gekommen seien Kosten für konzernweite IT-Projekte, Restrukturierungsaufwendungen, negative Metallpreiseffekte und das Bußgeld über 1,38 Mio. Euro der EU-Kommission, mit dem das Kartellverfahren gegen mehrere Kabelsatzhersteller beendet worden war.

Somit hat sich der Konzernüberschuss mehr als halbiert: er betrug im ersten Halbjahr nur 46,1 Mio. Euro (Vorjahr: 99,6 Mio. Euro).

Hoffnung macht das Geschäft mit der Elektromobilität: Bei mehreren Serienstarts und Neuaufträgen für Hochvolt-Bordnetze konnte sich Leoni positionieren. Im ersten Halbjahr 2013 hat sich das Geschäftsvolumen im Bereich Elektromobilität damit etwa verdoppelt – wenngleich ausgehend von niedrigem Niveau. Von den 14 Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden deutscher Hersteller, die sich in der Marktvorbereitungsphase der Nationalen Plattform Elektromobilität befinden, werden zehn mindestens mit Teilumfängen von Leoni beliefert.