Haptoakustisches Tastenfeld Touch mit Gefühl

Bei dem neuen Touchpad, das Areus Engineering entwickelt hat, vermittelt die eigentlich harte und völlig plane Oberfläche den Eindruck, sie würde leicht nachgeben, ähnlich wie bei einem klassischen Taster. Zudem spürt – und hört – man ein deutliches Klick-Klack, genau wie beim mechanischen Pendant.

Sie finden sich im Haushalt zum Beispiel bei Kochbedienfeldern und Lichtschaltern, aber auch in sicherheitskritischen Anwendungen im Automobilbereich – Touchsensoren sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Mit ihrem neuen Sensorschalter möchte Areus Engineering die Vorteile von sensorischen Tasten um eine haptoakustische Funktion ergänzen und neue Anwendungen für Schalterhersteller eröffnen. Glas, aber auch andere harte Flächen sind für das haptische und akustische Feedback geeignet, prinzipiell sind mit der neuen Technik jegliche Materialien wie auch Metalle oder Kunststoffe als Oberfläche verwendbar. Dabei bleiben die bisherigen Vorteile kapazitiver Touchsensoren bestehen: flexible und einfache Integration, einfache Realisierung von Designwünschen, optimale Hygiene und Widerstandsfähigkeit gegen Vandalismus.

Selbst in sicherheitskritischen Anwendungen im Automobilbereich finden sich Anwendungsfelder, so sind beispielsweise die Schalter im Armaturenbereich wie auch die zur Sitzeinstellung für die Anwendung prädestiniert. Der Sicherheitsaspekt: Haptisches Feedback bedeutet weniger Ablenkung. Die gefühlte Rückmeldung wird vom Fahrer besser wahrgenommen als eine visuelle oder akustische. Im öffentlichen Bereich sind es vor allem Bedienfelder von Aufzügen, Sprechanlagen oder etwa die PIN-Eingabe am Geldautomat, die von der Neuerung profitieren können. In der Medizintechnik, etwa bei medizinischen Geräten, ist der Einsatz von Touchpads Standard, schon aus hygienischen Gründen. Auch hier erhöht die intuitive Rückmeldung Komfort und Sicherheit.

Was für die meisten Benutzer schon ein Plus an Bedienbarkeit und einen Sicherheitsfaktor darstellt, ist etwa für sehbehinderte Menschen von noch größerer Relevanz. Die Sensoren reagieren erst bei leichtem Druck – nicht schon bei der Annährung oder leichtem Berühren. Diese Art des Feedbacks ermöglicht oft erstmals den Einsatz von schalterlosen Bedienelementen im öffentlichen Raum. Vor allem aus Gründen der geforderten Barrierefreiheit waren kapazitive Touchpads etwa für Aufzughersteller bisher kaum einsetzbar.

Die Oberfläche als Lautsprecher

Das System von Areus erfordert keinen gesonderten Lautsprecher. Zur Schallwiedergabe wird die Oberfläche mit einem definierten Signal angeregt. Die Oberfläche selbst wird somit als Schallstrahler, also als Lautsprecher verwendet. Es entfallen die bisher benötigten Gehäuseöffnungen zur Übertragung der Akustik. Hierdurch ist auch eine wasserdichte Umsetzung möglich.

Areus verwendet eine spezifische Signalverlaufsform, wodurch eine minimale Auslenkung der Pads ausreicht, um dem Gehirn das Schaltgefühl von klassischen Drucktastern zu vermitteln. Gleichzeitig kann jede Art von akustischem Feedback generiert werden – sei es ein tastentypisches Klick-Klack, eine Sprachansage, Musikstücke oder sonstige Sounds.

Für bestimmte Anwendung ist auch ein Vibrationsfeedback sinnvoll. Für Heizungen oder Jalousien korrespondiert etwa die Frequenz mit der Helligkeit oder Temperatur. Das heißt: Öffnen sich die Jalousien oder regelt man den Temperaturregler hoch, steigt die Vibrationsfrequenz.

Die Technik von Areus nutzt sogenannte piezoelektrische Elemente. Diese haben ihren festen Platz in der Sensorik. Unter Druck wird aufgrund der besonderen Materialeigenschaften eine elektrische Spannung erzeugt. Für die Zukunft ist ebenso die Ergänzung mit kapazitiven Näherungssensoren angedacht. Als Aktor wird ein spezieller elektrodynamischer Wandler eingesetzt.

 

Nach Unterlagen von Areus Engineering