Frost&Sullivan optimistisch Stromtankstellen: von 7.250 auf über 3,1 Millionen bis 2019

Strom tanken können erst wenige Neufahrzeuge.
Strom tanken können erst wenige Neufahrzeuge - und noch fehlen die Ladestationen. Das soll sich jetzt ändern: Frost&Sullivan rechnet mit einem jährlichen Wachstum um 113,3 Prozent von 7.250 Ladestationen in 2012 auf über 3,1 Millionen in 2019.

Der Europamarkt für Ladestationen für Elektrofahrzeuge soll ab sofort »deutlich wachsen«, besagt eine neue Studie von Frost&Sullivan: nämlich um jährlich 113,3 Prozent von 7.250 Ladestationen im letzten Jahr auf über 3,1 Millionen bis 2019.

"Unsere Studie hat ergeben, dass bis zum Jahr 2019 voraussichtlich mehr als 3,1 Millionen Ladestationen in ganz Europa eingerichtet sein werden", stellt Frost & Sullivan Automotive & Transportation Research Associate, Prajyot Sathe, fest. "Das Laden nach Modus 2 wird voraussichtlich einen Marktanteil von mehr als 64 Prozent abdecken, wobei fast 83 Prozent der Ladevorgänge erwartungsgemäß an den Wohnorten oder an einem Ort stattfinden, wo das Fahrzeug für 8 bis 10 Stunden pro Tag geparkt ist."

Frankreich, Deutschland, Norwegen und Großbritannien sollen dabei laut F&S den Markt durch ihre hohe Akzeptanz von Elektrofahrzeugen in diesen Ländern anführen.

Das Laden nach Modus 3 soll laut Studie an öffentlichen Orten üblich werden, das Laden mit Gleichstrom jedoch an strategischen Standorten stattfinden, wo Fahrzeuge in weniger als 30 Minuten aufgeladen werden können. Induktive Aufladung soll ebenfalls gängige Praxis werden, beginnend allerdings „wahrscheinlich!“, so Sathe, erst ab 2014.

Hemmend sei nun noch die fehlende Fähigkeit, Strecken von großer Reichweite mit einer einzigen Ladung zurücklegen zu können, und der langwierige Ladevorgang, der zwischen 30 Minuten und zehn Stunden dauern kann.

Doch auch hier zeigt sich F&S optimistisch: "Durch kontinuierliche Forschung und Entwicklung werden Marktteilnehmer diese Probleme voraussichtlich lösen", sagt Herr Sathe. "Die sich derzeit abzeichnenden Trends konzentrieren sich beispielsweise auf das Schnellladen mit Gleichstrom, um die Fahrzeuge in 2-3 Stunden zu laden, und diese Vorgänge könnten im besten Fall an Orten wie etwa Kino- und Einkaufszentren Anwendung finden."

Neben den technischen Problemen gilt es eine weitere Herausforderung zu meistern, nämlich die bislang unklaren Rollen der Versorgungsunternehmen, Original Equipment Manufacturers (OEMs) und Ladeinfrastrukturanbieter im Markt. Darüber hinaus bedeutet die Tatsache, dass unterschiedliche Regelungen und Verordnungen in Bezug auf den Stromverbrauch und die Gebühren innerhalb der EU gelten, dass noch kein standardisiertes Geschäftsmodell beschlossen wurde. Die Entwicklung eines dynamischen Geschäftsmodells werde deshalb eine Grundvoraussetzung sein, um den Markt auch weiterhin in seiner Aufwärtsbewegung zu halten.

"Der verbesserte Zugang durch den Aufbau einer zentralen Ladeinfrastruktur an strategischen öffentlichen und privaten Standorten wird die Angst und die Herausforderung überwinden, die mit der Reichweitenbegrenzung verbunden sind", schließt Sathe. "Technologische Weiterentwicklungen, die die Ladezeit verkürzen und gleichzeitig die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Robustheit des elektrischen Ladesystems erhöhen, werden die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen befördern."