Steckverbinder für die Photovoltaik

Die Photovoltaikbranche boomt. Und davon wollen auch die Steckverbinderhersteller profitieren. Aus einer Handvoll Anbieter in der Vergangenheit ist mittlerweile ein beachtliches Grüppchen herangewachsen, das Verbindungstechnologie für die Photovoltaik präsentiert.

Die Photovoltaikbranche boomt. Und davon wollen auch die Steckverbinderhersteller profitieren. Aus einer Handvoll Anbieter in der Vergangenheit ist mittlerweile ein beachtliches Grüppchen herangewachsen, das Verbindungstechnologie für die Photovoltaik präsentiert.

Wie wichtig dieser Absatzmarkt für die Steckverbinder-Industrie ist, hat sich spätestens auf der letzten Photovoltaikmesse »Intersolar« im Juni gezeigt. Auf der Münchner Messe konnte man nicht nur eine der größten PV-Aufdachanlangen sehen, sondern auch viele Steckverbinder- Neuentwicklungen. Denn mit der Verbindungstechnik steht und fällt auch diese Branche. Die Anforderungen an die Komponenten sind dabei hoch. Sie müssen nicht nur den Ansprüchen der Modulhersteller genügen, hier vor allem den Herstellungskosten, sondern auch denen der Installateure, wie eine einfache Montage vor Ort.  Hinzu kommen eine geforderte Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren sowie die Witterungsbeständigkeit der Komponenten. Wegen der hohen Systemspannungen in Photovoltaikanlagen bis zu 1 kV bei 20 A Gleichstrom kann zudem Lebensgefahr durch Lichtbogenentladung beim Trennen unter Last bestehen. Um hier ein unbeabsichtigtes Trennen zu vermeiden, dürfen sich Steckverbinder nur durch hohe Auszugskräfte trennen lassen. Nach der TÜV-Norm VDE 126-3 müssen diese mindestens 50 N betragen, wenn der Steckverbinder keine Verriegelung hat. Die UL-Norm schreibt sogar für nicht verrriegelbare Steckverbinder Auszugskräfte von über 20 Pound (entspricht etwa 70 N) vor.

Die jüngste Entwicklung von Multi-Contact und Spelsberg ist eine neue Solarmodulanschlussdose, die sich für eine vollautomatische Modulfertigung eignet. Erstmals zur Intersolar haben die beiden Unternehmen die  Gemeinschaftsentwicklung vorgestellt. Die aus zwei Teilen bestehende Dose »Foxbox« integriert im Oberteil Leitungen und Dioden. Da die untere Hälfte auf das Modul geklebt und der obere Teil lediglich aufgesteckt wird, lassen sich die Oberteile bei Bedarf schnell und ohne Werkzeug austauschen. Das vereinfacht zum einen die Installation – etwa bei schwierigen Einbaubedingungen auf dem Dach -, und zum anderen können auch Elektrotechnik-Laien im Servicefall Komponenten problemlos austauschen. Zugleich reduziert sich der Aufwand für Lagerhaltung und Logistik, weil lediglich ein Ersatzteil bevorratet werden muss. Aber auch das Innenleben der Foxbox ist durchdacht. So werden die beiden Teile der Dose nicht über verlötete oder verschweißte Kontaktstellen miteinander verbunden; die Kontaktierung der Bändchen erfolgt ausschließlich über die Federkraft beim Aufdrücken des Oberteils auf das Modul. Es sind keine zusätzlichen Geräte oder Arbeitschritte erforderlich, um die Dose zu installieren. Eigenen Angaben zufolge fertigt Spelsberg bereits seit über 20 Jahren Anschlussdosen für Photovoltaik-Module. Multi-Contact gehört zu den Pionieren der PV-Anschlusstechnik.