Gesundes Wachstum für die kommenden Jahre prognostiziert Relais: Elektromechanik vs. Halbleiter

Kleiner, billiger, zuverlässiger! Diese Forderungen stellt die Industrie seit Jahrzehnten an die Hersteller von elektromechanischen Relais. Nachdem deren Wünsche erfüllt werden, wächst der Markt seit dem weltweiten Einbruch 2002 wieder im einstelligen Bereich. Die Halbleiter-Relais...

Gesundes Wachstum für die kommenden Jahre prognostiziert

Kleiner, billiger, zuverlässiger! Diese Forderungen stellt die Industrie seit Jahrzehnten an die Hersteller von elektromechanischen Relais. Nachdem deren Wünsche erfüllt werden, wächst der Markt seit dem weltweiten Einbruch 2002 wieder im einstelligen Bereich. Die Halbleiter-Relais können diesen erfreulichen Trend mitverfolgen und heimlich, still und leise Marktanteile gewinnen.

Schaltaufgaben müssen in jedem elektrischen bzw. elektronischen Gerät zuverlässig durchgeführt werden, und die Nachfrage nach elektromechanischen (EMR) oder halbleiter-basierten Relais (SSR) wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Eine aufschlussreiche Studie, welche die Venture Development Corporation (www.vdc-corp.com) durchführte, belegt diesen Trend: Während der Markt für EMR- und SSR-Bauteile weltweit noch bei rund 4,4 Mrd. Dollar lag, wird er bis 2011 auf rund 5,95 Mrd. Dollar ansteigen und demzufolge jährlich um rund 6,2 % wachsen. Ausgehend von einem deutlich kleineren Marktvolumen wird das Produktsegment der HF- und Mikrowellenrelais bzw. -schalter in dem besagten Zeitraum sogar um 10,7 % jährlich zulegen. Dessen Umsatzvolumen lag 2006 noch bei 497 Mio. Dollar und soll bis 2011 auf rund 824 Mio. Dollar anwachsen.

Es werden auch verschiedene Gründe aufgeführt, weshalb dieser Markt trotz der von Jahr zu Jahr sinkenden Produktpreise weiterhin zulegen kann: Zum einen investieren viele Hersteller dieser Produkte große Summen in neue Fertigungsanlagen, die sie vorwiegend natürlich in der Asien-Pazifik-Region und dort verstärkt in China errichten. Die ungleich niedrigeren Lohnkosten sind auch weiterhin ein wichtiges Argument dafür, dort zu investieren.

Die Marktforscher haben zudem feststellen können, dass ein wichtiges Abnehmersegment, nämlich Automatische Testeinrichtungen (ATE) und Instrumentierung, in jüngster Vergangenheit umsatzmäßig gut zulegen konnte. Nachdem diese Produkte in allen Branchen zum Einsatz kommen, ob in der Kommunikationstechnik, im Militärwesen, in der Luft- und Raumfahrt oder in der Konsumelektronik, wirkt sich dies auch auf die Nachfrage nach Relais aus, die in großen Stückzahlen in ATE- und Instrumentierungs-Anlagen zum Einsatz kommen. Gerade auch die immensen Anstrengungen vieler Regierungen, sich mit hochkomplexen Einrichtungen gegen die weltweite Terrorgefahr zu wappnen, hätten sich makabererweise auf die Nachfrage nach elektronischen Geräten und damit auch auf Relais als Schaltelemente positiv ausgewirkt, so die Marktforscher.

Die Umsätze mit Relais sollen künftig zudem auch deswegen steigen, weil die Rohstoff- und Energiekosten seit Jahren massiv steigen. Die Kupferpreise zum Beispiel sind im Zeitraum 2004 bis 2006 um rund 180 % gestiegen. Die „Ölschraube“ beschäftigt ebenfalls alle Hersteller weltweit gleichermaßen und wird letztendlich dazu führen, dass die Hersteller von Relais die in den vergangenen Jahren vom Markt geforderten Preisdegressionen nicht mehr hinnehmen können. Nichts desto trotz gebe es auch weiterhin Überkapazitäten bei verschiedenen Relaissegmenten; insbesondere bei jenen, welche sich mit geringerem Fertigungs-Know-how herstellen lassen. Andererseits gebe es neue Abnehmermärkte, insbesondere in Osteuropa und Südamerika, welche verstärkt Relais für ihre eigene Gerätefertigung benötigen.

Die Marktneuheiten bei den Relais sind längst nicht so reichlich gesät wie bei den Halbleiterbauteilen. Dennoch gibt es auch hier aktuelle Ankündigungen; beispielsweise die neuen Power Solid-State Relais (PSSR, Bild 1) von Weidmüller (www.weidmueller.de), die als ein- und dreiphasige Versionen erhältlich sind. PSSRs schalten, im Vergleich zu Schützen und Relais, verschleißfrei und vollkommen geräuschlos. Die Module verfügen über eine hohe Spitzenstrombelastbarkeit und bieten somit ausreichende Reserven zum Auslösen vorgeschalteter Sicherungen. Sie verkraften problemlos auch kapazitive sowie induktive Stromspitzen.

Einphasige PSSRs eignen sich durch ihren Nullspannungsschalter zum Schalten von ohmschen Lasten bis 20 A bei 55 °C. Beispielhafte Applikationen: Das Takten von Heizpatronen in Kunststoffspritzmaschinen oder das Schalten von Infrarotstrahlern in Härte- oder Kläranlagen. Die Module zeichnen sich durch einen geringen Nullspannungsschaltbereich aus. Dreiphasige PSSRs sind mit einer Momentanschaltung ausgestattet, sie eignet sich zur Motoransteuerung im Maschinen- und Anlagenbau sowie für Heizöfen. Beide Versionen PSSR 1PH und PSSR 3PH sind „ready-to-use“; das heißt, sie werden einfach auf Tragschiene aufgerastet und angeschlossen.