ODU Automotive auf der Überholspur

ODU Automotive hat jüngst mit Steckverbinder-Entwicklungen für die Elektrifizierung von Antrieben auf sich aufmerksam gemacht. Geschäftsführer Dr. Kurt Woelfl: »In diesem Segment sieht die Zukunft durchaus positiv aus!«

Sie haben den Hochvolt-Steckverbinder für den Mercedes BlueHybrid und den Ladesteckverbinder für den BMW MINI E entwickelt. Welche Bedeutung haben diese Projekte für Ihr Unternehmen?

Dr. Kurt Woelfl, ODU Automotive: Beide Projekte sind in der Tat hochinteressant und haben eine große Bedeutung für unsere Firma. Mit dem Steckverbinder für den Mercedes BlueHybrid haben wir zum ersten Mal einen Stecker in ein Serienfahrzeug geliefert. In direkter Zusammenarbeit mit dem OEM konnten wir zeigen, wozu wir fähig sind.

Nachdem sich die technischen Anforderungen – insbesondere die notwendigen Schirm- und EMV-Eigenschaften – im Laufe des Projekts stark verschärft hatten, haben wir den kompletten Steckverbinder geändert und das Gehäuse angepasst. ODU Automotive hat die komplette Entwicklung innerhalb eines sehr engen Zeitrahmens umgesetzt und den Serienstart des Fahrzeugs nicht gefährdet.

Mit dem Ladesteckverbinder für den BMW MINI E konnten wir einen weiteren OEM von unserer Flexibilität und Leistungsfähigkeit überzeugen. Die Eigenschaften unserer Kontaktsysteme haben sich im Feld bewiesen. Auch bei dieser Entwicklung haben wir wirklich geglänzt, als das Projekt zeitlich eng wurde und Höchstleistungen der Lieferanten gefordert waren.



Krisenstimmung kommt bei Ihnen also nicht auf?

Wir stemmen uns im Jahr 2009 gegen die Krise und werden weiter wachsen, weil wir von dem allgemeinen Trend der zunehmenden Elektrifizierung der Fahrzeuge profitieren, vor allem im Bereich der elektrischen Antriebe für Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. Momentan arbeiten wir zusammen mit OEMs und Tier-1-Lieferanten an weiteren interessanten Projekten, die erst in den kommenden Jahren in die Serieentwicklung gehen werden. In diesem Segment sieht die Zukunft durchaus positiv aus.

Als Sie mit ODU Automotive gestartet sind, haben Sie angekündigt, dass sich das Unternehmen zu einem führenden Anbieter für kundenspezifische Automotive-Steckverbinder entwickeln wird. Sind Sie auf einem guten Weg?

Bisher hat sich ODU Automotive hervorragend entwickelt; wir haben die von uns gesetzten Ziele erreicht. Das Unternehmen ist mittlerweile eine bekannte Größe im Bereich der Elektroantriebe. Um auch weiterhin vorne mitspielen zu können, investieren wir derzeit in Mitarbeiter und neue Prozesse. 

Mit welcher weiteren Entwicklung rechnen Sie im Bereich der Hybrid- und Elektrofahrzeuge?

Ich gehe davon aus, dass Hybrid- und Elektrofahrzeuge in Deutschland, in Europa und weltweit sehr stark an Akzeptanz und Marktanteilen gewinnen werden. Die Kunden sind von dieser neuen Technologie begeistert. Es liegt an uns, die in der Automobilbranche tätig sind, die Technologien so weiter zu entwickeln und die wichtigen Eigenschaften sowie Reichweite, Emissionen und auch den Preis so zu gestalten, dass sich diese Fahrzeuge am Markt durchsetzten werden. Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs ist nicht mehr wegzudenken.